10 unbekannte Geschichten vom Eiffelturm

FrankreichDer Eiffelturm ist mit sieben Millionen Besuchern im Jahr eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Dass er eigentlich wieder abgerissen werden sollte, ist nur eine von zehn kuriosen Geschichten rund um den Turm.

1. Der Eiffelturm sollte wieder abgerissen werden

Eigentlich sollte der Eiffelturm nur eine Attraktion auf Zeit sein. Der zur Pariser Weltausstellung 1889 eröffnete Turm sollte nach 20 Jahren wieder abgerissen werden. Die Stadtverwaltung hatte bereits die Kosten dafür berechnet, doch der Erbauer Gustave Eiffel hatte vorgebeugt. Bereits Anfang der 20. Jahrhunderts hatte er Funkmasten auf dem Turm installiert. Die neue Funktion als Funkturm überzeugte die Verwaltung und sie ließ den Turm stehen.

2. Extremkletterer und Basejumper

Im Juni 2016 kletterte zwei junge Russen auf den 300 Meter hohen Turm. Nicht über die Treppen, sondern außen am Eisengerüst. Sie hatten sich nachts auf dem Turm versteckt und begannen morgens den Aufstieg. Es klappte bis zur Spitze, auf dem Weg nach unten wurden sie jedoch festgenommen und mussten eine Geldstrafe bezahlen. Damit erging es den Extremkletterern besser als rund 100 Jahre zuvor einem österreichischem Schneider. Er hatte aus Stoff einen „Fallschirm“ gebaut. Vor laufenden Kameras wollte er wie heute Basejumper beweisen, dass seine Konstruktion funktioniert. Er sprang aus der ersten Etage des Turms in 57 Meter Höhe und klatschte ungebremst auf den Boden. Es war sein erster und sein letzter Sprung.

Der Turm bei Nacht...

Der Turm bei Nacht…

3. Wechselnde Anstriche

Der Eiffelturm erstrahlt erst seit 1968 im beigen Farbton. Zur Eröffnung 1889 war er rot, später sogar bunt, unten gelb-orange, oben grün-gelb. Danach war er lange Zeit in rostbraunem Ton angestrichen. Da das Wetter die Farbe zum Bröckeln bringt, muss der Turm alle sieben Jahre neu angepinselt werden. Das hatte bereits Gustave Eiffel angeordnet. Die Malarbeiten dauern anderthalb Jahre.

4. Gustave Eiffel bezahlte den Turm selber

Nur knapp ein Viertel der Kosten für den Bau trug die Stadt Paris, den Rest brachte Eiffel selber auf. Im Gegenzug durfte er während der Weltausstellung Eintrittskarten für den Turm verkaufen. Und sich ganz oben ein eigenes Appartement einrichten. Während der Weltausstellung besuchten den Turm fast zwei Millionen Menschen, damit hatte Eiffel seine Kosten bereits eingespielt. Bis 1980 kassierten die Erben Eiffel noch anteilig Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten.

...und tagsüber

…und tagsüber

5. Übernachten auf dem Eiffelturm

Zur Fußball-EM 2016 hat ein Internetportal eine temporäre Wohnung auf der ersten Etage des Turms eingerichtet. Fünf Gewinner durften mit ihren Familien eine Nacht auf dem Turm verbringen und dort übernachten.

6. Eine Steinsäule aus Granit statt des Eisenturms

Gustave Eiffel musste sich mit seinem Entwurf des Eiffelturms gegen 100 Konkurrenten durchsetzen. Lange Zeit war eine 300 Meter hohe Steinsäule bevorzugt worden. Vier Aufzüge sollten kranke Menschen nach oben bringen, um in windiger Höhe die frische Luft zu genießen. Oben auf der Säule sollte eine riesige Lampe installiert werden, die ganz Paris inklusive der Vororte beleuchten sollte. Allerdings hatte die Jury Zweifel, dass das Bauwerk wirklich standfest ist, und entschied sich stattdessen für den Entwurf von Eiffel.

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7. Proteste gegen das Bauwerk

Während des Baus unterschrieben 300 Künstler einen Protestbrief. Sie bezeichneten den Turm als „Verbrechen gegen die Kunst“ und wollten den Bau noch verhindern. Der Widerstand war allerdings mit der Eröffnung gebrochen und die Pariser schlossen den Turm in ihr Herz. Der Initiator der Protestaktion wurde später häufig im Restaurant auf dem Turm gesehen. Menschen, die ihn dafür kritisierten, antwortete er: „Ich fahre immer wieder auf den Eiffelturm, weil es der einzige Ort in Paris ist, an dem man den Turm nicht sieht“.

8. Gustave Eiffel und der Panamakanal

Gustave Eiffel war zu seiner Zeit ein geschätzter Baumeister. Das Ende der Weltausstellung 1889 erlebte er nicht in Paris, zu der Zeit befand er sich bereits in Panama, um den Bau des dortigen Kanals zu organisieren. Auch die Stahlkonstruktion in der Freiheitsstatue stammt von ihm. Genauso wie zahlreiche Brücken, Kirchen und andere Bauwerke auf der gesamten Welt.

Blick von der zweiten Etage auf die Spitze

Blick von der zweiten Etage auf die Spitze

9. Als der Eiffelturm verkauft wurde

Victor Lustig ist bekannt geworden als der Mann, der den Eiffelturm verkaufte. 1925 lud der Trickbetrüger Schrotthändler ein, die ein Gebot für den Stahl abgeben sollten. Er gab sich als Beamter der Stadtverwaltung aus. Die Geschichte war glaubwürdig, weil immer wieder über den Abriss des Turms diskutiert wurde. Lustig knöpfte einem Schrotthändler 50.000 Dollar ab und tauchte in Wien unter. Aus Scham zeigte der Händler den Betrüger Lustig nicht an. Später versuchte Lustig, auch Al Capone übers Ohr zu hauen und ging unter die Geldfälscher.

10. 2,5 Millionen Nieten

Der Eiffelturm besteht aus 18.000 Einzelteilen. Sie werden von 2,5 Millionen Nieten zusammengehalten. Für den Bau benötigte Eiffel 7.000 Tonnen Stahl.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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