100 Jahre Rhein-Herne-Kanal

Blick vom Gasometer Oberhausen auf den Rhein-Herne-Kanal

Blick vom Gasometer Oberhausen auf den Rhein-Herne-Kanal

Er verbindet Duisburg-Ruhrort mit dem Dortmund-Ems-Kanal. Früher wurde über den Rhein-Herne-Kanal Kohle für ganz Deutschland transportiert. Heute hat er für die Wirtschaft längst nicht mehr die Bedeutung. Dafür ist der Kanal mit seinem Radweg und seinen Attraktionen ein beliebtes Ausflugsziel.

Die 45 Kilometer zwischen Duisburg und Henrichenburg sind für Radfahrer leicht zu bewältigen. Schließlich ist die Strecke entlang des Kanals topfeben. Auf dem Weg gibt es Schleusen, Häfen und ganz viel Industriekultur zu bestaunen.

Rhein-Herne-Kanal bei Wanne

Rhein-Herne-Kanal bei Wanne

Planungen für einen Wasserweg parallel zur Emscher oder gar der Ausbau der Emscher zum schiffbaren Fluss, die gab es schon lange. Bereits 1873 war eine Gesellschaft gegründet worden, die den Bau vorantreiben sollte. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen, sodass erst 1906 der erste Spatenstich in Angriff genommen wurde. Acht Jahre dauerten die Bauarbeiten. Bis zum Juli 1914.

Öl-Hafen von BP in Gelsenkirchen

Öl-Hafen von BP in Gelsenkirchen

Mit Schiffsparaden und Festen feiert das Ruhrgebiet 2014 den 100. Geburtstag des Wasserwegs. Nur an welchem Datum? Eine offizielle Eröffnung gab es nicht. Normalerweise kam der Kaiser zu solchen Feierlichkeiten. So wie bei der Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals oder des Dortmunder Hafens. Nur: Als der Kanal im Juli 2014 fertiggestellt war, hatte der Kaiser wahrlich wichtigere Aufgaben.

Ende Juni 1914 war der österreichische Thronfolger ermordet worden. Am 28. Juli erklärte Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Das Deutsche Reich stellte sich an die Seite Österreichs. Der Krieg entwickelte sich zum Weltkrieg. Genau in diese Zeit fiel die Fertigstellung des Rhein-Herne-Kanals. Deshalb ziehen sich die Feierlichkeiten durch den gesamten Sommer 2014.

Cranger Kirmes

Cranger Kirmes

Zahlreiche Attraktionen säumen den Weg entlang des Kanals. Wer in Duisburg startet, kann dort einen Blick auf Europas größten Binnenhafen werfen. Den Duisburger Hafen. Weiter geht es Richtung Oberhausen. Schon von Weitem sichtbar: Der Gasometer. Die höchste Ausstellungshalle der Welt. In direkter Nähe, ebenfalls am Kanal: Das Oberhausener Schloss, die beleuchtete Brücke „Slinky Springs to Fame“ und das Niederrhein-Stadion, in dem Rot-Weiß Oberhausen spielt.

Die Brücke "Slinky Springs to Fame" leuchtet nachts besonders schön

Die Brücke „Slinky Springs to Fame“ leuchtet nachts besonders schön

Nächste Station: Gelsenkirchen. Ebenfalls direkt am Kanal liegt der Nordsternpark, das Gelände rund um die ehemalige Zeche Nordstern, auf dem die Bundesgartenschau stattfand. Auch hierzu findet sich ein eigener Artikel bei Colorfulcities. Genauso wie zur weiteren Strecke zwischen Gelsenkirchen und Herne. Hier gibt es unter anderem den Ölhafen und den „Ball von Gelsenkirchen“ (siehe Foto unten und eigener Artikel), der ausnahmsweise nichts mit Fußball zu tun hat, zu bestaunen.

Auf dem Weg von Gelsenkirchen nach Herne liegt u.a. der ZOOM-Zoo, einer der besten deutschen Zoos mit riesigen Freigeländen für die Tiere. Die größte Kirmes in NRW, die Cranger Kirmes, findet ebenfalls direkt am Kanal statt. Hier zündet die Feuerwehr das große Feuerwerk während der Kirmes. Der Kanal führt am Rande des Festgeländes her.

Henrichenburg

Henrichenburg

Von Herne geht es weiter nach Castrop-Rauxel und Waltrop. Zur letzten Station. Dem Schiffshebewerk in Henrichenburg. Übrigens ebenfalls von Kaiser Wilhelm eröffnet. In friedlicheren Zeiten. 1899.

Text/Fotos/Nachbearbeitung © Michael Westerhoff

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