Der Waltherplatz in Bozen

Der Waltherplatz mit Walther-von-der-Vogelweide-Denkmal in Bozen

Hier schlägt das (touristische) Herz von Bozen. Am zentralen Waltherplatz gegenüber vom Dom.

Die Sonne brennt vom Himmel. Hier am geschützten Waltherplatz in Bozen ist es auch an den ersten Frühlingstagen schön warm. Die Menschen sitzen im T-Shirt in einem der Cafés und genießen den (überteuerten) Cappuccino. Was für Venedig der Markusplatz, ist für Bozen der Waltherplatz.

Anfang der 19. Jahrhunderts ließ der bayerische König Maximilian einen Weinberg am Rande der Altstadt entfernen und hier einen Platz bauen. Ursprünglich noch nicht gepflastert, sondern mit Lehmboden. Zuerst trug der Platz auch den Namen von König Maximilian, später hieß er auch mal Johann-Platz, Emanuelle-Platz, Madonna-Platz und immer wieder Waltherplatz.

1889 wurde auf dem Platz das Walther-Denkmal errichtet, weil die Bozner davon ausgegangen waren, dass der Minnesänger Walther von der Vogelweide in ihrer Stadt geboren wurde (vermutlich stammte er aber aus Niederösterreich). Einige Jahre später benannten die Bozner Bürger den inzwischen gepflasterten Platz in Waltherplatz um.

Bozen im Colorfulcities-Video:

Weil Walther Vogelweide vom deutschstämmigen liberalen Bürgertum vereehrt wurde, ließ der faschistische Diktator Benito Mussolini den Namen wieder streichen und ersetzte ihn durch Emauelle, den damaligen italienischen König. Das Denkmal ließ Mussolini abmontieren, das wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, später erhielt der Platz auch seinen Namen Walther wieder.

Heute sitzen Sie hier wundervoll in der Sonne, rund um den Platz stehen Stühle verschiedener Cafés. Auf dem Platz findet auch der Christkindlmarkt, das Südtiroler Jazzfestival und der Blumenmarkt statt.

Text/Video (c) Michael Westerhoff

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