Die Schmalspurbahn in Ritten in Südtirol

Die Schmalspurbahn zwischen Oberbozen und Klobenstein

Früher schlängelte sich die Bahn von Bozen 1.000 Meter in die Höhe. Übrig geblieben ist die Verbindung von Maria Himmelfahrt über Oberbozen nach Klobenstein.

Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckten Touristen und Bozner die Berge in Südtirol. An heißen Tagen im Sommer steht die Luft im Kessel von Bozen. Die bessere Gesellschaft holte sich ihre „Sommerfrische“ deshalb gern auf den Bergen rund um Bozen. Aber immer auf den Berg klettern? Zeitraubend und anstrengend!

Blick ins Führerhaus der Rittner Bahn

Also entschieden sich die Bozner, eine Zahnradbahn auf die Berge zu bauen. 1907 wurde die Rittner Bahn eingeweiht. Über eine halbe Stunde dauert die Fahrt vom Waltherplatz in Bozen in die Berge. Weil die Bahn langsam, reparaturanfällig und teuer in der Unterhaltung war, wurde sie in den 1960er-Jahren durch eine Seilbahn ersetzt. Doch ein Abschnitt blieb: Der auf den Bergen von Maria Himmelfahrt über Oberbozen bis Klobenstein.

Fahrerwechsel auf halber Strecke

Gemütlich tuckert sie in einer Fahrtzeit von 18 Minuten zwischen de Orten. Mit einer Besonderheit: Auf halber Strecke wechseln die Fahrer. Dies dient der Unfallverhütung, weil es im letzten Abschnitt keine Schranken und Signale gibt, dürfen hier nicht alle Fahrer fahren. Zudem können die Bahnen nicht zusammenstoßen, wenn sie immer gegenseitig aufeinander warten. Der Wechsel dauert nur ein, zwei Minuten. Dann geht es weiter.

Bozen und Ritten im Colorfulcities-Video

Bozen und Ritten im Video

Wer in Ritten übernachtet, kann die Bahn mit der Ritten Card, die jeder Gast des Ortes erhält, kostenlos benutzen. Und so oft wie er mag hin und her fahren. Um beispielsweise das Rittner Horn (vom Bahnhof Klobenstein geht ein Bus) oder die Erdpyramiden in Lengmoos zu besichtigen. Wer nicht im Ort wohnt, zahlt für Hin- und Rückfahrt sechs Euro (Stand: 2019). Neben den normalen Bahnen (Bild oben) verkehren auch historische Waggons aus den 1970er-Jahren.

Text/Video/Fotos (c) Michael Westerhoff

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