Reisen nach Simbabwe

Simbabwe – wunderbare Natur, aber unendliche Armut

Simbabwe gehört zu den wenig entdeckten Urlaubsländern. Natur und Tiere sind faszinierend. Das Land selber ist aber mit Vorsicht zu genießen.

Die Safari-Lodge versprüht den Charme der 70er-Jahre. Ja. Hier muss es mal richtig nobel gewesen sein. Damals in den 70ern. Inzwischen blättert der Putz, die Möbel haben schon bessere Zeiten gesehen. Seit der erst 2017 aus dem Amt gejagte frühere Ministerpräsident und Staatspräsident Robert Mugabe 1980 die Macht übernommen hat, herrscht Stillstand im Land.

Kein Sprit an dieser Tankstelle – an den anderen leider auch nicht

Die schlimme wirtschaftliche Lage zeigt sich am besten an Tankstellen. Häufig stehen die Menschen tagelang in langen Schlangen vor den Tankstellen, um ein paar Tropfen Sprit zu ergattern. Oder eben keinen zu bekommen. Etwas, das Reisende unbedingt bedenken sollten: Wer mit einem Leihwagen in Simbabwe unterwegs ist, sollte unbedingt in den Nachbarländern Botswana, Südafrika oder Sambia volltanken. Sie sollten immer so viel Sprit im Tank haben, dass Sie zur Not nach Südafrika oder Botswana rüber fahren können, um zu tanken.

Simbabwe hat faktisch keine Währung. Es gibt zwar eine Ersatz-Währung, die sich Bond nennt, aber wirklich durchkommen Sie nur mit Dollar. Für die heimische Währung gibt es so gut wie nichts. Ohnehin ist Simbabwe teuer. Lebensmittel sind für Einheimische häufig kaum erschwinglich. Die Dollar benötigen Sie auch an der Grenzen. Weil die Staatskassen leer sind, kassiert Simbabwe von jedem Besucher 30 Dollar Eintritt äh Visumsgebühr. Die Geldautomaten sind häufig leer, bringen Sie also am besten Dollar von zuhause mit.

Elefant im Nationalpark Hwange

Die Folge der Armut ist eine hohe Kriminalität. Tagsüber sollte man nicht allein, nach Einbruch der Dunkelheit gar nicht mehr vor die Tür gehen. Das empfiehlt das Auswärtige Amt völlig zu Recht. Auch von Überlandfahrten im Dunkeln rät das deutsche Außenministerium ab. Auch tagsüber sollte man die Knöpfchen an den Autotüren runtergedrückt lasse.

Das alles ist auch deshalb traurig, weil Simbabwe als es noch Rhodesien hieß, die Kornkammer Afrikas war. Nach der Vertreibung der Weißen brach die Landwirtschaft zusammen, die korrupte Mugabe-Regierung hatte in erster Linie ihr eigenes Wohl im Sinn, weniger das der zuerst von Weißen und später von Schwarzen ausgebeuteten Bevölkerung.

Viele Menschen leben i einfachen Rund-Hütten

Noch ein paar Warnungen gefällig? Passen Sie beim Fotografieren auf. Niemals Polizei und Militär fotografieren. Selbst ein Foto einer Schlange vor der Tankstelle kann Ihnen als illegaler Journalismus ausgelegt werden. Homosexualität ist verboten und wird hart bestraft wird. Gleichgeschlechtliche Paare sollte besser nicht Hand in Hand durch die Städte gehen.

Simbabwe im Colorfulcities-Video:

Hab ich jetzt genug von Simbabwe abgeraten? OK, dann können wir zu den schönen Seiten kommen. Simbabwe ist nämlich ein wunderbares Land mit viel unberührter Natur, vielen wilden Tieren, tollen Naturschutzgebieten, der historischen Stätte Great Simbabwe, eine der wenigen dieser Art südlich der Pyramiden und natürlich der schwer beeindruckenden Victoriafällen.

In Simbabwe haben Sie zudem das Glück, dass Sie häufig ganz allein an einer Sehenswürdigkeit sind. Selbst an den Victoriafällen ist es meistens leer. Warum das Land laum besucht und nahezu unentdeckt ist, das erklärt sich aus der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage.

Die Victoriafälle im Colorfulcities-Video:

Text/Video/Fotos (c) Michael Westerhoff

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