Krönungen und royale Hochzeiten – St. Nikolai in Stockholm

Die schwedische Flagge an einem Haus in der Altstadt von Stockholm

Die schwedische Flagge an einem Haus in der Altstadt von Stockholm

Hier haben sich Carl XVI. Gustaf und Silvia das Ja-Wort gegeben, auch Prinzessin Victoria hat hier geheiratet. In der Nikolaikirche in Stockholm wurden früher auch Könige gekrönt.

Am Arm von Vater Carl Gustaf betritt Prinzessin Victoria von Schweden in einem Kleid mit langer weißer Schleppe die Nikolaikirche in der Stockholmer Altstadt. Königin Beatrix aus den Niederlanden und viele andere gekrönte Häupter sitzen in der ersten Reihe und warten darauf, dass Victoria ihrem Daniel das Ja-Wort gibt. Am 19. Juni 2010 fand die bislang letzte königliche Hochzeit in der vergleichsweise kleinen und schmucklos-protestantischen Kirche statt. Auf den Tag genau 34 Jahre nachdem hier auch Carl Gustaf und Silvia geheiratet hatten.

St. Nicolai - die Krönungskirche der schwedischen Könige

St. Nikolai – die Krönungskirche der schwedischen Könige

Sie gehört zu den ältesten Gebäuden auf der Insel Gamla Stan in Stockholm. Die Grundmauer sollen bereits vor über 800 Jahren errichtet worden sein. Die Kirche – so wie sie heute aussieht – stammt von 1480.

Nicolaikirche

Nikolaikirche

Ursprünglich fanden hier nicht nur königliche Hochzeiten und Taufen, sondern auch Krönungen schwedischer Staatsoberhäupter statt. Der letzte König, der hier gekrönt wurde, war Oskar III. 1873. Danach brachen die schwedischen Blaublüter mit der jahrhundertlangen Tradition. Die Krönung von Carl XVI. Gustaf war eher unspektakulär und fand in einem normalen Raum mit großem Konferenztisch statt.

Schloss in Stockholm - links daneben die Nikolaikirche

Schloss in Stockholm – links daneben die Nikolaikirche

Auch wenn Sankt Nikolai der offizielle Name der Kirche ist, so heißt sie im Volkasmund „Storkyrkan“ (deutsch: Große Kirche). Hier kommen die Schweden nicht nur zu fröhlichen Anlässen zusammen. In der Kirche wurde beispielsweise 2004 auch die 500 schwedischen Opfer der Tsunami-Katastrophe betrauert. Auch der Gedenkgottesdienst für die Opfer des Untergangs der Estonia fand hier statt.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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