Canal Saint Martin in Paris

Der Kanal Saint Martin

Der Kanal Saint Martin

„Canal wie?“, mögen sogar eingefleischte Paris-Kenner fragen. Der Canal Saint Martin gehört zu den unbekannteren Sehenswürdigkeiten in Paris. 

Hier pulsierte einmal das Wirtschaftsleben von Paris. Links und rechts des Kanals hatten sich Fabriken und kleine Handwerker wie Gerber angesiedelt. Heute sind davon allenfalls noch leer stehende Gebäude zu sehen. Der Kanal Saint Martin ist eine Oase der Ruhe in der hektischen Großstadt. Fast frei von Touristen.

Ein Schiff fährt in den unterirdischen Teil des Kanals

Ein Schiff fährt in den unterirdischen Teil des Kanals

4,5 Kilometer führt er vom Metro-Bahnhof „Stalingrad“ in der Nähe des Garde du Norde Richtung Seine. Links und rechts verlaufen Wege, sodass man die ganze Strecke zu Fuß gehen kann. Allerdings nicht durchgehend am Wasser, denn der Tunnel verläuft teilweise unterirdisch.

Wer diesen Teil sehen will, kann sich nördlich von „Stalingrad“ in ein Boot setzen und von dort aus eine Tour unternehmen. Der Kanal führt unterirdisch an der Bastille vorbei. Hier – im Sockel – der Säule auf dem Platz – ruhen die Skelette von 700 Revolutionären. Von oben sind die nicht zu besichtigen, vom Kanal aus schon.

Aber auch überirdisch haben Besucher ihre Freude am Kanal. Weil der Höhenunterschied zwischen Kanal und Seine relativ groß ist, befinden sich mehrere Schleusen im Kanal. Immer wieder ein nettes Spektakel, wenn eigentlich zu groß geratene Schiffe in den schmalen Schleusen angehoben oder gesenkt werden.

Der Hafen des Kanals heute

Der Hafen des Kanals heute

Am Rande des Weges (hier fließt der Kanal unterirdisch) befindet sich auch die Konzerthalle Bataclan, die durch die Terroranschläge vom 13.November 2015 traurige Berühmtheit erlangt hat. Damals starben beim Angriff der Terroristen 89 Menschen.

Der Kanal entstand 1825 und hatte damals eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Der kleine Hafen am Ende des Kanals (vor der Einmündung in die Seine) war einmal der wichtigste französische Hafen. Heute finden sich entlang des Kanals Boule-Plätze, kleine Cafés und direkt am Ende mehrere Kneipen.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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