Chicagos L – die berühmteste Hochbahn der Welt

Die silberne Hochbahn auf der Strecke durch die City von Chicago

Die silberne Hochbahn

Neben der Archtiktur und der wunderbaren Lage an Chicago River und Lake Michigan lockt viele Touristen eine weiteres Highlight nach Chicago: Die historische silberne Hochbahn, die „L“. Die Abkürzung steht für „Chicago elevated“, zu gut deutsch: Chicago Hochbahn.

„Was ist das denn für ein Lärm vor dem Hotel?“, fragt sich manch ein Chicago-Besucher, wenn er zum ersten Mal in der Stadt ist. Dieser Lärm – der stammt von der Hochbahn. Wer daneben steht, wenn die Bahn in einen der Bahnhöfe einläuft, versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Es knattert und wackelt alles, wenn die silbernen Züge in die acht Meter hoch gelegenen Bahnhöfe einlaufen.

Einige Haltestelle liegen auch bei der Hochbahn unterirdisch

Einige Haltestelle liegen auch bei der Hochbahn unterirdisch

Das System ist für alle Besucher leicht verständlich: Alle Bahnen fahren erst eine Runde durch den Loop, den Innenstadtbezirk, bevor sie in die Stadtteile weiter rollt. Weil die Bahn einen Loop (also eine Schleife) dreht und die City im Volksmund ebenfalls „The Loop“ heißt, schreiben viele Reiseführer, dass der Name der Innenstadt von der Schleife der Hochbahn abgeleitet sei. Das stimmt so aber nicht: Vor der Hochbahn fuhr eine Straßenbahn in der Runde um die City. Die gab dem „Loop“ ihren Namen.

In acht Meter Höhe über Chicago

Doch zurück zur faszinierenden und lauten Hochbahn, die über eine alte Holzkonstruktion, die mit Stahl verstärkt ist, fährt und dadurch einen Höllenkrach macht. In der City fahren die Bahnen in acht Meter Höhe, also ungefähr auf Höhe des ersten oder zweiten Stocks der umliegenden Hochhäuser. Aus dem Zug heraus können Fahrgäste in Fitnessstudios oder Restaurants schauen, die auf der selben Höhe wie die Bahn liegen.

Hochbahn in New York stillgelegt

Die Ursprünge der Hochbahn stammen aus der Zeit um 1890 und wurden nur kurz nach der New Yorker Hochbahn errichtet. Im Gegensatz zur Chicagoer Bahn ist die in New York bereits seit Jahren stillgelegt. In den vergangenen Jahren wurde das Gelände zu einer riesigen Kulturmeile umgebaut (siehe Artikel über die High Line hier bei Colorfulcities). In Chicago rollt die Bahn dagegen weiter.

L fährt auch als U-Bahn

Und zwar auf insgesamt 170 Kilometer. Die meisten oberirdisch auf Stelzen, Richtung Flughafen und außerhalb der Innenstadt verlaufen einige Streckenteile auch ebenerdig. In der City dagegen fährt die L dagegen teilweise unterirdisch (siehe Bild oben).

Kein Leihwagen in Chicago notwendig

Aus den Zügen haben Besucher einen guten Blick auf die schönsten Hochhäuser der Stadt und den Chicago River. Wer sich nicht die Hacken wund laufen will, nutzt die „L“, sie verbindet eigentlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. Die Linien sind nach farben gekennzeichnet („Red Line“, „Blue Line“), das erleichtert auch für Ortsfremde die Orientierung. Wo die Hochbahn nicht fährt, können Besucher der Stadt problemlos in einen Bus hüpfen. Fast jede Straße ist mit einem Bus erschlossen. Touristen benötigen für Chicago keinen Leihwagen, sollten aber schauen, dass sie nicht unbedingt im Dunkeln in den Süden fahren. Hier liegen die Stadtteile, die Chicago zur Mord-Hauptstadt der Welt gemacht haben.

Die Hochbahn fährt durch die City von Chicago. Im Hintergrund: Das Trump-Hochhaus mit Hotel

Hochbahn – im Hintergrund: Trum Tower

Tagestickets für die Hochbahn

Tipp für alle Chicago-Reisenden: Besorgen Sie sich bereits am Flughafen ein Tages- oder Mehrtagesticket für den Öffentlichen Personennahverkehr. Im Ticket eingeschlossen ist die relativ lange Fahrt vom Airport in die City. Schon damit haben Sie fast den Preis des Tagestickets raus. Sie erhalten die Fahrkarten an Automaten, die mit dem blauen Logo der Verkehrsgesellschaft CTA gekennzeichnet sind.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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