Das Panthéon – die französische Ruhmeshalle

Blick aufs Panthéon

Blick aufs Panthéon

Eine große Nation wie die selbst ernannte „Grande Nation“ Frankreich braucht auch eine Ruhmeshalle. Das Panthéon in Paris. Hier sind viele berühmte Persönlichkeiten begraben.

Ursprünglich sollte das Panthéon einmal eine Kirche werden. Die Pläne wurden allerdings von der französischen Revolution überrollt. Die Revolutionäre hatten es nicht so mit dem Glauben, also entstand die Ruhmeshalle der französischen Geschichte.

Vorbild stand in Rom

Vorbild für das Gebäude war das Pantheon in Rom, ein Bau, indem die Römer ab circa 100 nach Christi ihre Götter huldigten. Um 600 übernahmen die Christen den Bau und widmeten ihn als Kirche um. Das Pariser Panthéon gleicht von außen dem römischen Vorbild, innen entstand jedoch ein gotischer Sakralbau.

Erster Toter wurde nach zwei Jahren wieder entfernt

Noch vor der Eröffnung der von Ludwig XV. geplanten Kirche übernahmen die Revolutionäre in Paris die Macht. Die wollten statt eines weiteren Gotteshauses eine nationale Ruhmeshalle, in der auch die wichtigsten Revolutionäre begraben werden sollten, sehen. So war 1791 Mirabeau, der Vorsitzende der revolutionären Nationalversammlung, der erste französische Held, der dort begraben wurde. Allerdings nur kurzfristig. 1793 wurde sein Leichnam wieder entfernt, nachdem sich herausstellte, dass Mirabeau offenbar mit dem abgesetzten Ludwig XVI. zusammengearbeitet hatte.

Das Panthéon

Das Panthéon

So ist der älteste Leichnam, der noch immer im Panthéon ruht, der ebenfalls 1791 dorthin überführte Voltaire. In der Regel werden die im Panthéon aufgebahrten Persönlichkeiten erst auf einem Friedhof begraben und später in die Ruhmeshalle überführt. Dabei handelt es sich um einen nationalen Akt, eine Überführung in die Ruhmeshalle muss durch den französischen Präsidenten erfolgen. Das kann dauern. Alexandre Dumas liegt hier erst seit 2002, obwohl er bereits 1870 begraben wurde.

Bekannte Persönlichkeiten im Pantheon

Im Panthéon ruhen unter anderem der Dichter Victor Hugo, die Nobelpreisträgerin Marie Curie und Philosoph Jean-Jaques Rousseau. Andere große Franzosen wie Napoleon (Invalidendom) und de Gaulle (in seinem Sommerhaus) sind dagegen hier nicht begraben.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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