Der Brückenbauer und die Queensboro-Bridge

Queensboro-Bridge

Queensboro-Bridge

Kaum jemand hat so viele Brücken entworfen und konstruiert wie der aus Brünn stammende Ingenieur Gustav Lindenthal. Darunter unter anderem die Queensboro-Bridge und die Hell Bridge in New York. Die Queensboro-Brücke war die erste Landverbindung nach Queens. Beim Bau starben über 50 Arbeiter.

Als Lindenthal mit 24 Jahren in die USA auswanderte, hatte der junge Ingenieur schon in der Schweiz und im Raum München zahlreiche Gebirgsbrücken gebaut. Doch 1874 suchte er eine neue Herausforderung. In der Neuen Welt. In den jungen USA. Zuerst musste er sich in Philadelphia als Maurer durchboxen, doch dann schlug seine große Stunde als ihn eine Eisenbahngesellschaft anheuerte. In vielen Staaten der USA errichtete er für die Company Brücken bis es ihn nach New York zog.

Pläne für eine Brücke über den East River nach Queens existierten schon seit den 1830er-Jahren, sogar eine Betreibergesellschaft war gegründet worden, doch die ging Ende des 19. Jahrhunderts pleite, sodass die Pläne für den Bau einer Brücke erneut verschoben werden musste. Bis sich Lindenthal 1903 mit Designern und Ingenieuren an die Arbeit machte. 1909 war die Brücke fertig. Der Bau verschlang 18 Millionen US-Dollar. Eine wahnsinnig große Summe, die heute knapp 600 Millionen US-Dollar entsprechen würde. Oder 450 Millionen Euro. Wegen der gefährlichen Bauarbeiten aber auch wegen Arbeiterunruhen starben beim Bau 50 Menschen.

Die Queensboro-Bridge gilt als Turbo für die wirtschaftliche Entwicklung im Stadtteil Queens. Erst nach ihrem Bau entstand aus einem verschlafenen Stück Sumpflandschaft eine wirtschaftlich pulsierende Vorstadt. Ursprünglich diente die Brücke sowohl dem Autoverkehr als auch der Metro und der Eisenbahn. Heute fahren auf beiden Ebenen nur noch Autos. Auch Radfahrer und Fußgänger können über die circa 2,5 Kilometer lange Brücke von Manhattan nach Queens gelangen.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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