Der Evita-Kult in Argentinien

Das Bild von Evita Peron auf einem Hochhaus in Buenos Aires

Das Bild von Evita Peron auf einem Hochhaus in Buenos Aires

Evita winkt als Plastikpuppe vom Balkon eines Hauses im Stadtteil La Boca. Evita grüßt von einer Häuserfassade. An ihr Grab pilgern täglich hunderte Schaulustige. Evita Perón ist ein Popstar in Buenos Aires.

Die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Eva Duarte de Perón, besser bekannt als Evita, wird in ihrer Heimat Argentinien auch über 60 Jahre nach ihrem Tod wie keine andere Frau verehrt.

Wer über die Hauptstraße des 9. Juli nach Buenos Aires kommt, sieht als erstes das Gesicht von Evita Peron. Meterhoch gemalt auf beiden Seiten eines Hochhauses (siehe Bild oben). Auf der einen Seite: Mit Mikrofon.

Die Figuren von Maradona, Evita Person und eines Tangotänzers auf einem Balkon in La Boca

Die Figuren von Maradona, Evita Person und eines Tangotänzers auf einem Balkon in La Boca

Nicht weil sie „Don’t cry for me Argentinia“ aus dem bekannten Musical von Andrew Lloyd Webber (oder dem gleichnamigen Film mit Madonna) singt, sondern weil sie erste Popularität und auch Reichtum durch einen Job als Radiomoderatorin gewann. Als Frau an der Seite des Präsidenten setzt sie sich für die Armen und das Frauenwahlrecht ein.

Mit nur 33 Jahren verliert sie 1952 den Kampf gegen den Gebärmutterkrebs und stirbt. Was danach passiert, trägt mit zum Evita-Kult bei. Bis zum Sturz ihres Ehemannes 1955 wird die gegen ihren Willen einbalsamierte Evita in Buenos Aires aufgebahrt.

Die Familiengruft, in der Evita begraben ist

Die Familiengruft, in der Evita begraben ist

Danach lassen die Militärs, die Juan Domingo Perón gestürzt hatten, den Leichnam verschwinden, karren ihn durchs halbe Land bis Evita unter falschem Namen in Mailand begraben wird. Später holt Perón sie zu sich ins Exil nach Madrid.

Erst 1976, Juan Domingo Perón ist schon tot, lässt die dritte Frau des Präsidenten ihre Vorgängerin in der Familiengruft begraben. Fünf Etagen unter der Erde, geschützt durch eine schwere Stahlplatte. Bis heute pilgern Menschen aus aller Welt zum Grab auf dem Friedhof de Recoleta und legen Blumen nieder.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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