Der mysteriöse Tod des Bruder Jordan

Das Franziskaner-Kloster, in dem Bruder Jordan gelebt hat

Es ist eine der mysteriösesten Todesfälle der Kirchengeschichte. Am 20. Februar 1922 verstarb Bruder Jordan, nachdem er seinen eigenen Tod bereits vier Wochen vorher vorausgesagt hatte.

Bis heute wird Bruder Jordan wegen seiner Wohltätigkeit in der katholischen Kirche hoch verehrt. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm 1991 den Titel „Ehrwürdiger Diener Gottes“, weil für eine Seligsprechung die notwendigen Hinweise auf ein Wunder fehlten. Die Umstände seines Todes sind aber bis heute ungeklärt.

Jordan lernte Sattler

Jordan wurde 1866 als Heinrich Mai im heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Buer geboren. Nach einer Sattlerlehre entschied er sich zum Eintritt in den Franziskaner-Orden. Nach mehreren Stationen ließ er sich 1907 nach Dortmund ins Franziskaner-Kloster versetzen. In der Hoffnung, hier Heilung für seine Dauer-Kopfschmerzen zu finden.

Franziskaner-Kirche Dortmund

Die Franziskaner-Kirche am Rande des Kaiserstraßen-Viertels in Dortmund hat eine besondere Bedeutung. Sie war nämlich erst die zweite katholische Kirche, die nach der Reformation im protestantischen Dortmund gegründet wurde. Weil aus Polen und Oberschlesien immer mehr katholische Arbeiter zuwanderten, fehlten katholische Gotteshäuser in Dortmund.

Der mysteriöse Tod

Jordan machte sich schnell einen Namen als Helfer in der Not, der sich für hungernde und unter schlechten Bedingungen lebende Arbeiter einsetzte. Am 20. Januar wurde aus der Kirche ein Tabernakel, der Aufbewahrungsort der Hostien, gestohlen. Jordan versprach Gott: Werde das Tabernakel nicht binnen vier Wochen wiedergefunden, wolle er mit seinem Tod dafür sühnen. Das Tabernakel blieb verschwunden und Jordan starb tatsächlich am 20. Februar.

100.000 bei Überführung der Gebeine

Er wurde auf dem benachbarten Ostfriedhof begraben, Gläubige stahlen immer wieder die Erde, sodass das Grab mehrfach erneuert werden musste. 1950 entschloss sich die Kirche deshalb, seine Gebeine in die Franziskanerkirche zu überführen. Unter großer Anteilnahme der Dortmunder. Über 100.000 Menschen begleiteten die Überführung.

Todesursache ungeklärt

Doch woran starb Jordan? Warum wurde seine Prophezeiung Wirklichkeit? Beging Jordan Selbstmord? Wurde er umgebracht? Fragen, die die katholische Kirche bis heute nicht beantworten kann oder will.

Text/Foto (c) Michael Westerhoff

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