Die Fliesentreppe in Rio und das tragische Ende des Künstlers

Kacheln an der Fliesentreppe

Kacheln an der Fliesentreppe

„Grüße aus Heidelberg“ steht auf einer Kachel, auf einer anderen ist der schiefe Turm von Pisa abgebildet. Die Kacheltreppe von Jorge Selaron ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Rio. Der Künstler wurde tot an den Stufen seines eigenen Kunstwerks aufgefunden.

1990 plante Rio die Renovierung der Treppe. Initialzündung für den chilenischen Künstler Jorge Selaron, der seit Jahren in Rio und eben jener Treppe lebte. Er beklebte die 250 Treppenstufen mit mehreren tausend bunten Fliesen. Zuerst kritisch beäugt von den Nachbarn.

Die Fliesentreppe - ein beliebtes Fotomotiv

Die Fliesentreppe – ein beliebtes Fotomotiv

Aus aller Welt ließ er sich Kacheln schicken, die er verbaute. Eben auch aus Heidelberg und Pisa. Städte aus über 60 Ländern hat Serlaron auf der Fliesentreppe verewigt, mehr als 2.000 Teile verbaut. Am Ende der 125 Meter langen Treppe hängen Kacheln in Form der brasilianischen Flagge.

Der in Chile geborene Serlaron war durch 50 Länder der Welt gereist bevor er 1983 eine Heimat in Rio de Janeiro fand. 20 Jahre benötigte er, um sein Hauptwerk, die Escadaria Serlaron fertigzustellen. Die Treppe war beispielsweise im Bewerbungsvideo Rios für die Olympischen Spiele 2016 zu sehen.

Kacheln an der Fliesentreppe

Kacheln an der Fliesentreppe

Serlaron wurde 2013 im Alter von 65 Jahren tot an den Stufen der von ihm gestalteten Fliesentreppe gefunden. Kurz zuvor hatte er sich über Morddrohungen aus dem Drogenmilieu beklagt. Da er aber Depressionen hatte, geht die Polizei von einem Selbstmord aus.

Brasilien im Colorfulcities-Video:

 

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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