Die Maiskolben von Chicago – die Marina City

Die Marina City

Die beiden runden Zwillingstürme der Marina City sehen nicht nur spektakulär aus. Sie revolutionierten auch die Stadtplanung. Mit der Marina City wurde erstmals Wohnungen wieder in einer verödeten City gebaut.

Ende der 1950er-Jahre. Die Chicagoer Innenstadt ist außerhalb der Geschäftszeiten wie ausgestorben. Die Menschen sind längst in die Vorstädte gezogen und pendeln mit Auto oder Hochbahn zum Arbeiten in die City. So wie in Chicago sieht es in fast allen amerikanischen Metropolen aus.

Der Architekt Betrand Goldberg will das ändern und Wohnungen wieder zurück in die Innenstadt holen. Zuvor waren Wolkenkratzer in den Citys fast ausschließlich als Bürogebäude errichtet. Goldberg bricht mit Unterstützung der Stadt mit dieser Tradition. 1964 eröffnet seine Marina City.

Die Parkebenen in der Marina City

Die Parkebenen in der Marina City

Weil die Menschen Parkplätze benötigen, baut Goldberg bis zum 19. Stockwerk ein Parkebenen, auf der 20. folgen Geschäfte, die Etagen 21 bis 60 sind fürs Wohnen reserviert. Insgesamt entstehen in den 180 Meter hohen Türmen 450 Apartments. Direkt am Chicago River mit Anlegestellen für Boote.

Die "Maiskolben" stehen direkt am Chicago River

Die „Maiskolben“ stehen direkt am Chicago River

Goldberg arbeitete bis 1933 beim deutschen Bauhaus, musste als Jude aber fliehen. Zusammen mit vielen anderen Bauhaus-Architekten wie Mies van der Rohe, der ebenfalls von Deutschland nach Chicago auswanderte, prägen sie die Stadt wie keine anderen. Mit revolutionären Wolkenkratzern und mit neuen Konzepten wie eben dem Wohnen in der Innenstadt. In den vergangenen Jahren sind in Chicago zahlreiche Wohngebäude am Rand der City von Chicago entstanden.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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