Emirates – der neue Herrscher der Lüfte

Emirates auf dem Flughafen von Dubai

Emirates auf dem Flughafen von Dubai

Still und heimlich haben sich die Araber zu den neuen Herrschern der Lüfte aufgeschwungen. Ohne Emirates, Etihad aus Abu Dhabi und Quatar Airways geht am Himmel nichts mehr. In Dubai entsteht das größte Luftfahrt-Drehkreuz der Welt.

100 Milliarden Euro für 200 neue Flugzeuge – für die Araber ein Tropfen aus dem heißen Ölfass. So viele Flugzeuge hat allein Emirates bei einer Luftfahrtschau im November 2013 bei Airbus und Boeing geordert. Bei den traditionellen Airlines wie Lufthansa, British Airways und Co hat längst das große Zittern begonnen.

Das Emirat Dubai gehört zu den ölärmeren der Vereinigten Arabischen Emirate, deshalb entwickelte die herrschende Dynastie bereits in den 80er-Jahren eine Strategie, um in Zukunft auch ohne Öl zu überleben. Das eine Standbein sollte der Tourismus sein, das andere eine Fluggesellschaft, die zu einer weltweit führenden ausgebaut werden sollte: Emirates.

Emirates nahm 1985 mit Flügen nach Indien den Flugbetrieb auf, etwas später folgten Flüge nach Europa, zuerst nach London. Sukzessive kamen weltweit immer mehr Verbindungen hinzu. Emirates wuchs dabei stark im asiatischen Raum. Heute fliegt Emirates in alle Erdteile und verbindet diese über ihr Drehkreuz in Dubai. In Deutschland starten Maschinen der Gesellschaft von Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Darüber hinaus bemüht sich Emirates auch um Landerechte in Berlin. Beobachter gehen davon aus, dass die Gesellschaft die bald bekommen könnte. Bisher erlaubt es ein Abkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten der Fluggesellschaft nur, vier deutsche Flughäfen anzufliegen.

Landeanflug auf Perth

Emirates-Boeing 777-400 im Landeanflug auf Perth

Auch bei Marketing ist den Arabern nur das Beste gut genug. So sponsert die Airlines mit Arsenal London, Paris St. Germain und Real Madrid gleich drei europäische Spitzenclubs. In Deutschland ist die Fluggesellschaft beim Hamburger SV engagiert. Durch das Sponsoring ist es Emirates gelungen, den Markennamen innerhalb kürzester Zeit in Europa sehr bekannt zu machen. Zumal in London und Paris auch die Stadien der Clubs nach dem Sponsor benannt wurden.

Die Fluggesellschaft setzt dabei ihre Ziele knallhart durch. Da sie der größte Kunde der amerikanischen Boeing und der europäischen Airbus ist, versucht sie immer wieder in diesen Ländern Landerechte zu bekommen. Schließlich stütze sie durch die Käufe auch die Wirtschaft dieser Staaten, so die Argumentation der Emirates-Manager. Die Lufthansa beklagt schon seit längerem einen unfairen Wettbewerb, weil Emirates und Etihad in ihren Heimatländern keine Steuern zahlen müsse und so Wettbewerbsvorteile  habe.

Emirates startet u.a. vom Flughafen Düsseldorf

Emirates startet u.a. vom Flughafen Düsseldorf

Mit rund 40 Millionen Passagieren pro Jahr schafft es Emirates noch nicht in die Top 10 der Airlines der Welt. In dieser Rangliste führt noch die US-amerikanische Delta mit 111 Mio. Passagieren, die Lufthansa liegt mit rund 60 Millionen Fluggästen auf Platz 6. Studien gehen jedoch aufgrund der zahlreichen Flugzeugbestellungen davon aus, dass Emirates schon in wenigen Jahren die Spitze übernehmen kann. In nur 15 Jahren hat Emirates die Passagierzahl mehr als verzehnfacht. 1997 flogen nur 3,3 Millionen Menschen mit der Fluglinie.

Die erst 2003 gegründete Etihad ist ebenfalls auf dem besten Weg, in die Spitze aufzusteigen. Auch wenn sie heute erst rund 8,5 Millionen Fluggäste pro Jahr transportiert, hat sich das Emirat Abu Dhabi die Nachbarn aus Dubai zum Vorbild genommen und wollen deren Erfolgsgeschichte nachmachen. Mit einer Erweiterung des Flughafens in Abu Dhabi wird die Grundlage dafür gelegt. Die Airline hat zudem mit Millionen schweren Finanzspritzen Air Berlin vor dem Ruin bewahrt und ist heute der größte Aktionär von Deutschlands Nummer 2.

Text/Fotos/Nachbearbeitung © Michael Westerhoff

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: