Eyjafjallajökull – der unaussprechliche Vulkan

Island

Der Übeltäter hat sich hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Trotzdem hält Auto um Auto an der Gedenkstätte, die an den Vulkanausbruch 2010 erinnert. Der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen ist zwar nur der sechstgrößte Islands, aber wohl der berühmteste.

Das liegt an der Aschewolke, die er 2010 ausgespuckt hat und damit eine Woche lang den Flugverkehr in Europa zum Erliegen brachte. Die Isländer machen mit dem Unglück mittlerweile ihr Geschäft und vermarkten den Eyjafjallajökull als Touristenattraktion.

Dabei ist er längst nicht der aktivste der isländischen Vulkane. Gerade fünfmal ist er seit der Besiedlung der Insel ausgebrochen. Laut Überlieferung 920, 1612/13, 1821 – 1823 sowie zweimal 2010. Der Lavastrom zerstörte Existenzen einiger Bauern, ansonsten verlief die Eruption aber glimpflich. Bis auf die Aschewolke, die bis zu den Alpen getrieben wurde. Nicht die Sicht, sondern die Partikel in der Wolke beeinträchtigten den Flugverkehr. Es bestand die Gefahr, dass die Düsentriebwerke der Flugzeuge geschädigt wurde.

Heute erinnert eine Gedenkstätte, die in einer ehemaligen Scheune errichtet wurde, an den Ausbruch. Die Scheune gehört einem der Bauern, der durch den Ausbruch geschädigt wurden. Etwa ein Jahr später eröffnete er auf private Initiative das Visitor Center, indem u.a. ein Film über den Vulkan gezeigt wird. Die Scheune liegt etwa zwei  Autostunden von Reykjavik entfernt, direkt an der Ringstraße 1, die entlang der Küste rund um die Insel führt. Mehrere 10.000 Menschen besuchen alljährlich das kleine Museum.

Auf der gesamten Insel wird mittlerweile mit dem unaussprechlichen Namen geworben. Einmachgläser mit Lava und T-Shirts mit dem komplizierten Namen – nur zwei von vielen Souvenirs, die angeboten werden. Während des Ausbruchs hat zwar der Tourismus unter dem Vulkan gelitten, letztendlich war dieses Ereignis aber ein Glücksfall für die Insel. Seither besuchen so viele Deutsche wie nie zuvor Island. Dafür verantwortlich soll auch die kostenlose Promotion durch den Ausbruch des Eyjafjallajökull sein.

Text/Foto/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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