Vom Schutthaufen zum Observatorium – die Halde Hoheward

Das Observatorium auf der Halde Hoheward

Das Observatorium auf der Halde Hoheward

Sebastian Vettel gehört zu den prominentesten Besuchern der Halde Hoheward. Als Teilnehmer eines Seifenkisten-Rennens. Aber auch ohne den Formel 1 – Weltmeister ist Hoheward ein schönes Ausflugsziel mit Wanderwegen und einem Observatorium.

Früher war es nur ein gigantischer Schutthaufen. Gleich drei Zechen brachten das, was beim Kohleabbau übrig blieb, auf die Halde Hoheward. Die Halde wuchs so auf über 150 Meter und ist damit einer der höchsten „Berge“ des Ruhrgebiets. Es lohnt sich hoch zu klettern, denn bei schönem Wetter bietet sich ein gigantischer Blick bis nach Düsseldorf.

Nach der Neugestaltung er Halde umrundet ein sechs Kilometer langer Wanderweg den ganzen Berg. Der Aufstieg ist durchaus steil. Lohnt aber wegen des Blicks, des Observatoriums, das 2008 auf der Halde installiert wurde, des Obelisken und der Drachenbrücke (siehe Bild unten). Von einigen Aussichtsplattformen kann man den Blick – zum Beispiel auf die Zeche Ewald – besonders genießen.

Vorbild für das Observatorium ist die Kultstätte Stonehenge in England. Ein Verein hat das Bauwerk errichten lassen. Hier sollen Besucher an bestimmten Tagen wie zur Sommersonnenwende-Feier die Sonne beobachten können wie sie sich durch die Bögen senkt. Sollen, weil das Observatorium leider technische Mängel aufweist, sodass es schon mehrfach geschlossen und repariert werden musste. Der direkt benachbarte Obelisk erfüllt dagegen seine Funktion als Sonnenuhr vollkommen korrekt. Jedenfalls wenn die Sonne scheint.

Ob beides nun nette Spielereien oder ernsthafte astronomische Bauwerke darstellen, ist für die Besucher im Grunde unerheblich. Observatorium und Obelisk sind einfach schön. Zu fotografieren oder auch zu bestaunen. Und von der Plattform am Gipfel der Halde haben Besucher bei klarem Wetter einen wunderbaren Blick auf das Ruhrgebiet.

Drachenbrücke an der Halde Hohewart

Drachenbrücke an der Halde Hohewart

Dass es sich um eine Industrieregion handelt ist nicht nur unübersehbar, sondern auch unüberhörbar. Je nach Windrichtung macht die benachbarte Autobahn leider Höllenkrach. Allerdings nur auf der nördlichen Seite, auf der südlichen lässt es sich entspannt spazieren gehen.

Eine weitere Attraktion: Die Drachenbrücke (es folgt noch ein eigener Artikel dazu). Sie verbindet ein ehemaliges Zechengelände mit erhaltenem Förderturm und die Zeche Hoheward von Recklinghäuser Seite.  Die 162 Meter lange Brücke wurde 2008 errichtet. Und verfolgt keinen künstlerischen Zweck, sondern soll einfach nur Spaß machen und Staunen hervorrufen.

Wer die Halde besteigen will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder von der Recklinghäuser Seite an der Drachenbrücke oder von Herten aus. An der Zeche Ewald (über diese folgt noch ein ausführlicher Artikel) steht Besuchern ein großer Parkplatz zur Verfügung. Natürlich lohnt sich auch eine Radtour rund um die Halde. Zudem werden Segway-Touren angeboten.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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