Die letzte Zeche und das Call Center – der Dortmunder Hammerkopf-Turm

Hammerkopfturm auf Minister Stein

Hammerkopfturm auf Minister Stein

Kein Gebäude prägt den Dortmunder Stadtteil Eving so wie der Hammerkopf-Turm der ehemaligen Zeche Minister Stein. Trotzdem dauerte es ein Vierteljahrhundert bis sich ein neuer Mieter fand.

Ein Stahlgerüst mit einem überdimensionierten Stahlrad. So sehen die meisten alten Zechen im Ruhrgebiet aus. Minister Stein unterschiedet sich. Hier wurde die Kohle nicht mit einem klassischen Förderturm, sondern mit einem geschlossenen Hammerkopfturm gefördert.

Hammerkopfturm mit darunter liegenden Büros

Hammerkopfturm mit darunter liegenden Büros

Fast 130 Jahre wurde am Standort Kohle gefördert. Von 1859 – 1987. Mit dem vierten Schacht, der von hier in die Erde getrieben wurde, kam der große Hammerkopfturm kurz nach der Jahrhundertwende hinzu. Heute ist von Minister Stein, der letzten Dortmunder Zeche wenig übrig geblieben. Außer dem Hammerkopfturm. Seit dem Umbau 1999 suchte die Wirtschaftsförderung nach einem Mieter für das exponierte Gebäude, ist aber erst rund zehn Jahre danach fündig geworden.

Und zwar mit der Firma Kikxxl (sprich: Kicksel), einem Osnabrücker Call-Center-Riesen, der hier zuerst mit 200 Mitarbeitern einzog und u.a. für e-plus, Douglas und VW arbeitet. „Bei uns gibt es viel Bürofläche und viele Menschen, die mehrere Sprachen sprechen“, erklärt Thomas Westphal von der Dortmunder Wirtschaftsförderung, warum der Standort Dortmund so interessant für die Branche ist.

Büros im Hammerkopfturm

Büros im Hammerkopfturm

Neben Kikxxl sitzen in Dortmund 30 weitere Call-Center, u.a. von der Telekom und die Nummer 1 der Branche Arvato. Insgesamt verdienen über 2.000 Menschen ihr Geld als Call Center Agent. Im Hammerkopfturm sollen weitere hinzu kommen. Kikxxl hat dort zusätzliche Büroflächen angemietet, um bis zu 300 neue Mitarbeiter einzustellen. Darüber hinaus sitzt hier ein Verband der Holzwirtschaft.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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