Industrieromantik

DortmundEins unterscheidet den Ruhri von anderen Deutschen: Was andere als Schrott und verrosteten Stahl bezeichnen würde, findet er romantisch. Zum Beispiel stillgelegte Hochöfen. Einen davon gibt es auf dem Phoenix-Gelände in Dortmund zu besichtigen.

Das Phoenix-Gelände im Ortsteil Hörde umgibt etwas Geheimnisvolles. Wer nicht beim Stahlhersteller Hoesch arbeitete, kannte das Gelände nur aus der Distanz. Das riesige Areal durfte nämlich nicht betreten werden. Von außen war es nur schwer einzusehen. Fast 150 Jahre lang. Von 1852 als die Hütte gegründet wurde bis zur Stilllegung 1998.

Seit einigen Jahren führt eine Straße durchs westliche Phoenix-Gelände. Vorbei am großen Hochofen und an zahlreichen alten Gebäudeteilen. In einigen haben High Tech-Firmen ein neues Zuhause gefunden. Da, wo früher starke Männer mit harter Arbeit ihr Geld verdienten, wird heute an Kleinst-Teilen geforscht. Im Zentrum für Mikro- und Nanotechnologie.

Alter Hochofen auf dem Phoenix-Gelände

Alter Hochofen auf dem Phoenix-Gelände

Seit einiger Zeit kann man auch auf den Hochofen rauf klettern. Leider nur in Gruppen und zu unregelmäßigen Zeiten. Von oben bietet sich ein gigantischer Blick in den Hochofen und über Dortmund. Ein „Skywalk“ führt über das Stahlwerk. Bilder und weitere Informationen gibt es in einem eigenen Artikel zum Skywalk.

Das Phoenix-Gelände unterteilt sich in Phoenix-West und Phoenix-Ost. Im östlichen Teil stand ebenfalls ein Stahlwerk, das allerdings komplett abgerissen wurde. Dort wurde ein künstlicher See angelegt, der größer als die Hamburger Binnenalster ist. Der Phoenixsee, der hier beschrieben ist. Eine weitere Attraktion dort: Die Hörder Burg.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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