Königspalast und Silberpagode in Phnom Penh

Königlicher Palast

Königlicher Palast

Neben dem Tempel Angkor Wat ist der Königspalast mit der Silberpagode die zweite große Sehenswürdigkeit in Kambodscha. Noch heute residiert der König in der Anlage.

Der Königspalast wurde erstmals 1866 bezogen. Was nach kambodschanischer Khmer-Architektur aussieht, ist in Wahrheit aber von den Franzosen erbaut. Die haben sich zwar am traditionellen Baustil orientiert, diesen aber mit moderner Baukunst verbunden. Die Franzosen schenkten König Norodom den Tempel. Inklusive der Hauptstadt Phnom Penh.

Dach des Thronsaals

Dach des Thronsaals

Ursprünglich residierten die Könige von Kambodscha nämlich in Angkor Wat, später im Großraum Phnom Penh, zum Beispiel in Oudong, aber niemals in der Stadt selber. Warum auch? Phnom Penh war ein Sumpfgebiet, das erst von den Franzosen trockengelegt wurde. Seit 1867 saß hier auch die Kolonialverwaltung.

Auch der König ist so etwas wie eine Erfindung der Franzosen. Die benötigten einen Staat als Puffer zwischen Siam (Thailand) und Vietnam, die zwar beide auch zum französischen Kolonialreich gehörten, dessen Völker sich aber nicht grün waren, sodass es immer wieder zu Konflikten kam. Das kambodschanische Königshaus war daran fast zugrunde gegangen. Sie hatten zwar den Titel, aber leider kein Gebiet mehr, das sie regieren konnten.

Silberpagode neben dem königlichen Schloss in Phnom Penh

Silberpagode neben dem königlichen Schloss in Phnom Penh

Die Franzosen waren die Auseinandersetzungen leid und schlossen deshalb mit Norodom einen Pakt. Er wurde als offizieller Machthaber Kambodschas eingesetzt, erhielt Kambodscha als Gebiet, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben und bekam den Palast geschenkt. Der wurde mehrfach renoviert und erneuert. Das Gebäude, das heute als Thronsaal zu bewundern ist, stammt in dieser Form erst von 1917.

Der Thronsaal wird bis heute für Staatsempfänge genutzt. Nebenan residiert der seit 2004 regierende König Norodom Sihamoni, Sohn des wohl bekanntesten Herrschers Prinz Sihanouk, der von 1941 bis 2004 mit mehreren Unterbrechungen herrschte, sein Land 1953 in die Unabhängigkeit führte, später aber mit dem brutalen Regime der Roten Khmer paktierte und sich danach zum lupenreinen Republikaner wandelte.

Blick von der Pagode auf die königlichen Gräber (runde Steintürme)

Blick von der Pagode auf die königlichen Gräber (runde Steintürme)

Neben den königlichen Gebäuden gehört auch die Silberpagode zu den Attraktionen auf dem Palast-Gelände. In den Gräbern um den 1962 erbauten Tempel sind die Mitglieder der königlichen Familie begraben. Ihren Namen trägt sie aufgrund der über 5.000 silbernen Bodenfließen.

Weil der König von Kambodscha im Königspalast residiert, sind nur Teile der Anlage für Besucher zugänglich. Das Haus des Königs ist weiträumig abgesperrt, in den Thronsaal können Besucher nur durch die Fenster schauen.

Blick von außen auf die Palastanlage

Blick von außen auf die Palastanlage

Weil der Tempel sehr überlaufen ist, empfehle ich einen Besuch gleich nach der Öffnung um 8 Uhr morgens. Das hat einen weiteren Vorteil: Es ist nicht so brüllend heiß. Spätestens ab 10 Uhr morgens sind die Temperaturen unerträglich hoch, sodass Besichtigungen nur noch wenig Spaß machen. Erschwerend kommt hinzu, dass im Palast eine Kleiderordnung herrscht: Männer sollten lange Hosen, Frauen Röcke, die die Knie bedecken, tragen. Oberteile mit Spaghetti-Trägern sind ebenfalls nicht gern gesehen.

Text/Video/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

Der Königspalast und die Silberpagode im Colorfulcities-Video:

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