Landschaftspark Nord Duisburg

Altes Stahlwerk im Landschaftspark Nord in Duisburg

Altes Stahlwerk im Landschaftspark Nord in Duisburg

Die britische Tageszeitung „The Guardian“ hat den Landschaftspark Nord in Duisburg zu einem der zehn schönsten Parks der Welt gewählt. Zu Recht. Und einer der ungewöhnlichsten ist er auch.

Kletterwand, Wege durch alte Industrieanlagen, Gärten mitten in den industriellen Ruinen, Live-Konzerte, Feuerwerk, nächtliche Illumination – der Landschaftspark Nord hat eigentlich immer was zu bieten. Vom Geschichtsinteressierten über Gartenfreunde bis zu Freizeitkletterern und Tauchern – jeder findet hier etwas.

Paris, London, New York, Duisburg – in der Liste der schönsten Parks des Guardian hat sich die Ruhrgebietsstadt zwischen die ganz großen Metropolen geschoben. Die Zeitung lobt den Park, der auf einem alten Industriegelände entstanden ist. Von Jahr zu Jahr überwuchert das Grün mehr die alten Anlagen.

Gärten im Landschaftspark Nord in Duisburg

Gärten im Landschaftspark Nord in Duisburg

Von 1901 bis 1985 produzierten hier bis zu fünf Hochöfen des Thyssen-Konzerns, der es schrittweise ab 1968 stilllegte, Roheisen. Aufgrund der Stahlkrise lohnte die Produktion nicht mehr und so erging es dem Duisburger Werk wie so vielen im Ruhrgebiet: Es wurde nicht mehr gebraucht.  Auf den jüngsten Hochofen, der 1973 errichtet wurde, können Besucher heute hoch klettern und haben von dort einen herrlichen Blick über das Ruhrgebiet.

Ein erhöhter Weg führt durch den Landschaftspark Nord in Duisburg

Ein erhöhter Weg führt durch den Landschaftspark Nord in Duisburg

Ursprünglich sollte das alte Stahlwerk komplett abgerissen werden. Die Duisburger wehrten sich jedoch erfolgreich dagegen, sodass schließlich in einem Architektenwettbewerb eine neue Nutzung gefunden wurde: Ein Naherholungsgebiet mit beeindruckender historischer Kulisse. In seiner Größe einmalig im Ruhrgebiet und in der Welt. Alte Hochöfen finden sich zwar auch auf Phoenix-West in Dortmund und auf der Henrichshütte in Hattingen. Von den Ausmaßen sind diese beiden Industrieanlagen aber nicht mit Duisburg vergleichbar.

Landschaftspark Nord in Duisburg

Landschaftspark Nord in Duisburg

Wer sich für die Geschichte des Stahlwerks interessiert, kann eine Führung durchs Gelände buchen. Besucher können aber auch (kostenlos) auf eigene Faust das Areal durchstreifen und beispielsweise die herrlichen Gärten genießen. Eine ehemalige Hochbahn durch das Werk wurde zu einem Wanderweg umgebaut, von dem Besucher einen besonderen Blick auf Gärten und Industrieanlagen erleben können.

Landschaftspark Nord in Duisburg

Landschaftspark Nord in Duisburg

Doch der Landschaftspark Nord hat wesentlich mehr als eine stillgelegte Fabrik zu bieten. In einem Gasometer wurde ein Tauchbecken eingerichtet, es gibt einen Klettergarten, Kletterwände und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen von Rock-Konzerten bis zu Open-Air-Kino im Sommer.

Landschaftspark Nord in Duisburg

Landschaftspark Nord in Duisburg

Das Highlight ist aber eindeutig die Licht-Installation, die der britische Künstler Jonathan Park 1996 installiert hat. Das alte Hüttenwerk erstrahlt jeden Abend in bunten Farben. In der Woche werden nur einige Gebäude angestrahlt, die gesamte Installation ist freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen nach Sonnenuntergang zu bewundern.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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