Peniche – die unscheinbare Halbinsel

Die schroffe Steilküste in Peniche – das Kap und der Leuchtturm

Eigentlich gibt es nur einen einzigen Grund, warum Touristen nach Peniche kommen. Dabei hat die portugiesische Halbinsel mehr als nur diesen einen Grund zu bieten, um ihr einen Besuch abzustatten.

Dieser Grund liegt gleich nach der Einfahrt auf die Halbinsel links. Der Hafen. Hier starten die Ausflugsschiffe auf die Berlenga-Inseln. Auto auf dem Hafenparkplatz abstellen und schnell übersetzen. So machen es die meisten.

Eigentlich schade, denn Peniche ist ein Stück authentisches Portugal. Ein bisschen schmuddelig, ein bisschen verfallen, so gar nicht schick und touristisch. Statt schicke Tische und gemütliche Stühle stellen die Kneipen hier noch Plastikstühle raus. Sieht etwas nach Fast Food aus, aber ich habe hier das vielleicht beste Stück Fleisch in Portugal gegessen. Also nicht von der Einrichtung abschrecken lassen.

Das Fort in Peniche

Außer Surfern haben die Halbinsel bisher kaum Touristen entdeckt. Riesige Röhrenwellen („European Pipeline“) ziehen Wellenreiter aus aller Welt an, einmal im Jahr findet hier der Weltcup statt. Dann platzt die Halbinsel aus allen Nähten, sonst werden die Bürgersteige um 20 Uhr hochgeklappt.

Die Berlingas im Colorfulcities-Video:

Die schroffen Felsen und hohen Wellen sind beeindruckend, sie sind am besten vom Kap „Cabo Carvoeiro“ zu beobachten (siehe Bild oben). Neben der Natur hat Peniche eine zweite Sehenswürdigkeit zu bieten: Das Fort aus dem 16. Jahrhundert, das während der Salazar-Diktatur im 20. Jahrhundert als Knast für politisch Gefangene genutzt wurde. Unter anderem saßen hier führende Kommunisten ein.

Das Fort – eine Attraktion auf den Berlenga-Inseln

Peniche lebt von der Fischerei. In der Stadt mit ihren knapp 30.000 Einwohnern befinden sich mehrere Fischfabriken. Wer also ohnehin die Berlenga-Inseln besucht, sollte sich noch eine kleine Runde über die Halbinsel gönnen.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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