Robben Island und das Gefängnis, in dem Nelson Mandela saß

Das Gefängnis, in dem Nelson Mandela saß

Das Gefängnis, in dem Nelson Mandela saß

Robben Island erlangte wegen ihres bekanntesten Gefangenen traurige Berühmtheit: Nelson Mandela saß hier einen Großteil seiner Haft ab. Heute ist die ehemalige Gefangenen-Insel ein Museum und ein Naturparadies.

Zum Abschluss der Tour wollen die meisten schwarzen Besucher noch ein Foto mit Jamal. Er hat wie Nelson Mandela als politischer Gefangener auf Robben Island eingesessen. Heute führt er Besucher durch den Gefängnistrakt.

Die Insel liegt knapp zehn Kilometer vor Kapstadt im Atlantik. Die Stadt ist von der Insel zu sehen, der Tafelberg sowieso. Trotzdem waren beide für die Insassen unerreichbar. Das Meer ist zu kalt, die Strömungen zu stark, um zu fliehen.

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt - oben im Meer: Robben Island

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt – oben im Meer: Robben Island

Schon um 1650 stand auf der Insel ein Gefängnis, in das neben Verbrechern damals auch schon politische Feinde der Kolonialherren verbannt wurden. Später war hier eine Lepra-Station und im Zweiten Weltkrieg ein Militärstützpunkt beheimatet.

Die Zelle von Nelson Mandela

Die Zelle von Nelson Mandela

Bekannt wurde Robben Island aber, weil die südafrikanische Regierung ab 1960 hier politische Gefangene, also Schwarze, die gegen das System rebellierten, verbannten. Nelson Mandela saß von 1964 an hier 18 Jahre ein. Später wurde er in andere Gefängnisse verlegt.

Jamal erzählt von seiner Zeit auf Robben Island

Jamal erzählt von seiner Zeit auf Robben Island

Jamal, der die Besucher durch die Zellen führt, hatte an der Highschool einen Aufstand gegen die Weißen angezettelt. Er wurde verhaftet und saß von 1977 bis 1982 ein. „Damals gab es nur Matten, die auf dem kalten Boden lagen“, erinnert er sich an seine Haftzeit: „Erst Ende der 70er-Jahre bekamen die Gefangenen Betten“.

Jamal war in einem 30-Mann-Schlafsaal untergebracht. Nur die politischen Führer wie Mandela saßen in Einzelhaft. Der Tagesablauf war für alle derselbe. 5 Tage die Woche mussten sie in einem Steinbruch schuften. „Ob die Steine jemals für etwas verwendet wurden, weiß ich bis heute nicht“, erzählt Jama. Acht Stunden dauerte die Arbeit, bereits um 16 Uhr gab es Abendessen.

Blick in die Freiheit von Robben Island auf den Tafelberg und Kapstadt

Blick in die Freiheit von Robben Island auf den Tafelberg und Kapstadt

Zeitweise waren die politischen Gefangenen zusammen mit Verbrechern inhaftiert. Doch das Regime hatte Angst, dass die Verbrecher sich mit den politischen Häftlingen solidarisiert und einen Aufstand anzettelt. Also wurden sie von der Insel geholt. Die Regimegegner blieben.

Auf Robben Island stehen noch zahlreiche Gebäude von damals, viele im Krieg für Soldaten gebaut. Später dienten sie die Wärtern und ihren Familien als Unterkunft. Sogar eine Schule und eine Kirche gab es. Heute leben noch knapp 200 Menschen auf dem Eiland. Und zahlreiche Pinguine, die bei Besichtigungstouren auch mal über die Straßen watscheln.

Ein Schnellboot fährt zu Robben Island

Ein Schnellboot fährt zu Robben Island

Ein Schnellboot bringt die Besucher in einer knappen halben Stunde zur Insel und wieder zurück. Zur Tour gehört eine kleine Inselrundfahrt und der Besuch in Nelson Mandelas ehemaliger Zelle. Wer südafrikanische Geschichte und das alte Apartheidssystem verstehen will, sollte den beeindruckenden Besuch nicht auslassen.

Das Schnellboot fährt je nach Jahreszeit drei- bis viermal vom Nelson-Mandela-Memorial-Center zur Insel. Der Ausflug auf das südafrikanische Alcatraz kostet etwas mehr als 20 Euro.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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