Das Lust-Haus in Potsdam

Berlin-Brandenburg Das Leben eines Königs ist hart und ungerecht. Jedenfalls war Friedrich der Große dieser Ansicht. Also gab er 1745 den Auftrag für den Bau eines „Lust-Hauses in Potsdam“. Der Preußen-König wollte dort auch begraben werden. Darauf musste er allerdings 200 Jahre warten.

So einen Chef wie Friedrich der Große kann seine Angestellten zur Weißglut treiben. Der Preußenkönig mischte sich in alles ein, wollte jede Kleinigkeit erfahren und machte eigene Vorschläge zur Architektur. Bei fast allen Gebäuden, die er errichten ließ. So auch bei Sanssouci. Dem Schloss, das über setzt „ohne Sorge“ heißt. Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff soll damit alles andere als glücklich gewesen sein, aber wer kann seinem eigenen König schon widersprechen, wenn der sich was in den Kopf gesetzt hat?

Nach nur zwei Jahren Bauzeit feierte der König 1747 Einweihung. Fortan lebte er von April bis Oktober auf seinem Sommerschloss. Mit seinen Hunden, aber ohne die werte Gattin. Die hatte der Herrscher, der sich mehr für schöne Künste und den Krieg interessierte, bereits 1740 nach Schloss Schönhausen in Berlin abgeschoben. Zu wichtigen Ereignissen wurde sie nicht eingeladen.

Friedrich der Große wollte – so hatte er es testamentarisch festgelegt – auf dem geliebten Schloss begraben werden. Sein Neffe und Nachfolger Friedrich-Wilhelm II. ignorierte den Wunsch jedoch und begrub ihn 1786 in der Garnisonskirche in Potsdam. Erst 200 Jahre später – 1991 – wurde der Leichnam nach Sanssousi umgebettet.

Text/Foto/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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