Skywalk Dortmund

Der Skywalk über das stillgelegte Stahlwerk

Der Skywalk über das stillgelegte Stahlwerk

Eine der jüngsten und unbekanntesten Attraktionen in Dortmund ist der Skywalk. Ein Weg über und durch das stillgelegte Stahlwerk Phoenix-West, der einen wunderbaren Blick über die Stadt bietet.

Astrid Dax keucht und pustet auf ihrem Weg auf den Skywalk. „Es sind ein bisschen mehr als 100 Stufen“, hat die Stadtführerin mitgezählt: „Der Blick entschädigt aber für alles“. Doch es ist nicht nur die Aussicht, die lockt. Der Weg führt mitten in den Hochofen, indem Arbeiter früher Roh-Stahl produziert haben.

Von der Stahl-Vergangenheit, die den Stadtteil Hörde 150 Jahre lang prägte, ist heute nur noch wenig zu sehen. Das Stahlwerk Hermannshütte wurde nach seiner Stilllegung 2001 komplett demontiert und in großen Kisten nach China geschifft. Nur der eine Hochofen, über den heute der Skywalk führt, blieb stehen.

Blick vom Skywalk auf Dortmund (links: Signal Iduna Park, rechts: Florian im Westfalenpark)

Blick vom Skywalk auf Dortmund (links: Signal Iduna Park, rechts: Florian im Westfalenpark)

„Wenn man hier oben ist, muss man nicht aufs Handy schauen wie es beim BVB steht“, erzählt Astrid Dax, die mit ihrer Firma auch BVB-Touren durch die Stadt organisiert: „Du kannst das Westfalenstadion nicht nur sehen auch hören“. Wenn ein Tor fällt, dringt ein lauter Schall bis nach hier oben.

Stillgelegter Hochofen

Stillgelegter Hochofen

„Wir gehen noch ein Stück höher, da ist der Blick noch toller“, fordert Dax mich auf. Es geht vorbei am alten Hochofen und durch die Anlagen, an denen Arbeiter früher Stahl gegossen haben bis wir oben sind. Aus 26 Metern Höhe ist der Blick wirklich fantastisch. Zum Beispiel auf die Dortmunder City, den Fernsehturm Florian und den Westfalenpark.

Blick vom Stahlwerk auf Dortmund

Blick vom Stahlwerk auf Dortmund

„Von hier sieht man, dass Dortmund die grünste Großstadt Deutschlands ist“, beschreibt Dax den Ausblick: „Viele denken ja immer noch, dass die Kohlen bei uns durch die Luft fliegen“, lächelt sie. Von hier fällt der Blick auch auf den Phoenixsee, heute eine der begehrtesten Wohnlagen in Dortmund.

Die Reste des Hochofens

Die Reste des Hochofens

„Das Werk bestand damals aus zwei Teilen“, erzählt Dax weiter: „Phoenix-Ost und Phoenix-West“. Auf Phoenix-Ost wurde der Stahl, der im westlichen Teil des Areals gegossen wurde, verarbeitet. Genau dort, wo heute der künstliche Phoenix-See mit Hafen steht.

Ursprünglich sollten auch die Hochöfen auf Phoenix-West abgebaut werden, doch einer wurde letztendlich doch erhalten. Je höher wir gehen desto wackliger wird es. Es geht durch Räumen, in denen es auch 15 Jahre nach der Stilllegung noch nach Altöl stinkt. Viele kennen den Hochofen aus dem Dortmund-Tatort. In einer Folge stürzte sich hier ein Basejumper in die Tiefe und starb.

Blick vom Stahlwerk

Blick vom Stahlwerk

Wer den Hochofen und den Skywalk besichtigen will, muss bei Astrid Dax eine Tour buchen. Allein ohne Führer wäre es zu gefährlich. Es gibt regelmäßige Führungen, die rund anderthalb Stunden dauern, und u.a. von „Stadt- und Fußballtouren“ durchgeführt wird. Weil drei Sicherheitspersonen mitgehen müssen, sind die Touren mit 19 Euro pro Person relativ teuer.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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