Tief im Westen

Stadion

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„Wir haben die besten Zeiten noch vor uns“ – der VfL Bochum wirbt gern mit einem Schuss Selbstironie für sich. Die Fans haben das verinnerlicht und singen „Wir steigen auf, wir steigen ab und zwischendurch UEFA-Cup“. Eingeklemmt zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 sucht Bochum nach Identität und Fans.

Als erster Profi-Club hat sich der VfL deshalb ein eigenes Leitbild gegeben. Darin hat sich der Verein u.a. regionale Identität und Tradition auf die Fahnen geschrieben, er will vom alten Image der „Grauen Maus“ weg, als „ehrlich“ und „sympathisches Gegengewicht“ zu Schalke und Borussia Dortmund und als „nah“ wahrgenommen werden.

Etwas mehr Selbstbewusstsein könnte sich der VfL Bochum tatsächlich leisten: Der Verein gehört zu den wenigen, die seit mehr als 40 Jahren im bezahlten Fußball spielen. Die Wurzeln reichen sogar bis zum Jahr 1848 zurück, auch wenn das Vereinsgründungsjahr im Namen ehr willkürlich gewählt wurde. Es ist eine Anspielung auf die gescheiterte deutsche Revolution von 1848 und nicht das wahre Gründungsjahr. Der Verein in heutiger Form entstand 1938 aus dem Zusammenschluss mehrerer Bochumer Clubs.

Ruhrstadion/Rewirpowerstadion

Ruhrstadion/Rewirpowerstadion

Tradition hat auch die Spielstätte an der Castroper Straße. Seit 1911 werden dort Fußballspiele ausgetragen. Zeitweise fasste das alte Stadion an gleicher Stelle 50.000 Zuschauer und war eins der modernsten Deutschlands. Nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliag 1971 machte der DFB zahlreiche Auflage, unter anderem den Bau einer Flutlichtanlage. Zwischen 1976 und 1979 entstand deshalb das heutige Ruhrstadion, das ursprünglich 49.500 Zuschauer fasste, durch den Bau von Sitzplätzen verringerte sich die Kapazität jedoch auf die heute knapp 30.000 Plätze.

Seit 2006 trägt die Arena den neuen Namen „Rewirpower Stadion“, benannt nach einer Tochterfirma der Stadtwerke, die sich die Namensrechte bis 2016 gesichert hat. Bei der Frauen-Fußball-WM 2011 fanden hier vier Vorrundenspiele statt. Zudem trat der Bochumer Sänger Herbert Grönemeyer mehrfach im Stadion auf. Sein Lied „Bochum“ ist gleichzeitig die Vereinshymne.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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