Warum die Wall Street Wall Street heißt

Straßenschild der Wall Street vor der Börse in New York

Wall Street

Polizeisperren durchziehen den Financial District im Süden von Manhattan. Im Fall eines terroristischen Angriffs könnte diese Sperren umgehend hochgezogen werden, um die Banker vor den Feinden des Kapitalismus zu schützen. Unfreiwillig knüpft die Wall Street damit an ihre Geschichte an.

Um 1650. New York heißt noch Neu-Amsterdam. Um die 1.000 Menschen, vornehmlich Niederländer, wohnen auf der Halbinsel, die indianisch Manhattan heißt. Die meisten davon in Holzhäuser am Südzipfel, dem heutigen Financial District. Gouverneur Peter Stuyvesant ist die ständigen Angriffe der Indianer leid. Er will seine Bürger vor den aggressiven Ur-Einwohnern schützen. Aber wie?

Kurzerhand lässt er einen Wall aufschütten, der die Neu-Amsterdammer vor den Indianern, denen die Niederländer Manhattan abgekauft hatten, schützen soll. Südlich des Walls, in der Höhe der heutigen Wall Street leben die Stadtbewohner, nördlich haben sich Bauern niedergelassen, von hier fallen regelmäßig die Indianer ein. Dieser Schutzwall soll der Wall Street den heutigen Namen gegeben haben.

New Yorker Börse

New Yorker Börse

Wie das aber mit den Geschichten, die ein paar Jahrhunderte zurückliegen, ist: Es gibt mehrere Versionen ein und desselben Vorgangs. Manche Historiker leiten den Namen nämlich auch von den Wallonen ab, den Menschen, die heute im franzzösischsprachigen Teil Belgiens leben, und die damals zum Niederländischen Königreich gehört haben. Aus Walloon Straat soll irgendwann die Wall Street geworden sein. Auch diese Geschichte könnte wahr sein, denn mit den ersten niederländischen Auswanderern kamen auch 30 wallonische Familien in die Neue Welt.

Gesichert ist dagegen, dass bereits im 17. Jahrhundert am heutigen Standort der New Yorker Börse Handel getrieben wurde. Und zwar auf einem Marktplatz mit Sklaven. Gegen 1790 eröffnete dann in der Wall Street der Vorgänger der heutigen New York Stock Exchange, der Börse.

Foto/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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