Dortmunder Westfalenpark

Marterpfahl im Westfalenpark

Marterpfahl im Westfalenpark

Juicy Beats, Daddy Blatzheim, Open Air Kino, Color Run. Der Dortmunder Westfalenpark hat sich vom Ausflugsort für eher betagtes Publikum zu einem Park gewandelt, der zunehmend Familien und Partygänger anspricht. Damit kehrt er zu seinen eigenen Wurzeln zurück. Hip war der Park nämlich schon früher.

Die Arbeiterklasse vergnügt sich im Fredenbaumpark bei Preisboxern, bestaunt echte Indianer, stößt im Bayernzelt mit Bier an und gönnt sich eine Fahrt auf der Wasserrutsche. Die bessere Gesellschaft zieht es dagegen in den Kaiserhain, Dortmunds ersten großen Stadtpark. Ballermann versus grüne Oase. Eine Szene, die vor rund 100 Jahren spielt. Damals konkurrierten zwei Parks um ganz unterschiedliche Zielgruppen.

Westfalenpark beim Juicy-Beats-Festival

Westfalenpark beim Juicy-Beats-Festival

Der Kaiserhain – das war der Vorläufer des heutigen Westfalenparks. 1894 zu Ehren des deutschen Kaisers eingeweiht. Bis zum Zweiten Weltkrieg neben dem Fredenbaumpark eins der beliebtesten Ausflugsziele der Stadt, das aber genauso wie große Teile der Stadt durch den Bombenkrieg zerstört wurde. An den Kaiserhain erinnert heute nur noch ein Straßenname in der Stadt. Erst in den 50er-Jahren wagen die Dortmunder einen Neuanfang. 1959 holt die Stadt die Bundesgartenschau nach Dortmund. Zu dieser Zeit entsteht auch der Fernsehturm Florian, damals das höchste Gebäude Deutschlands, der den Park auch heute noch prägt (siehe Bild oben).

Bahn durch Westfalenpark

Bahn durch Westfalenpark

1969 zur zweiten Gartenschau erfolgt eine Erweiterung des Geländes zwischen Innenstadt und Stadtteil Hörde. Aus dieser Zeit ist unter anderem das Veranstaltungsgelände Sonnensegel erhalten. Das Segeldach wurde von Architekt Güter Behnisch entworfen und gilt als Vorbild für den Olympiapark in München, der ebenfalls aus der Feder von Behnisch stammt. 1991 zur dritten Bundesgartenschau erfolgte eine Runderneuerung des Parks.

Festwiese Westfalenpark

Festwiese Westfalenpark

Heute lockt der Park wie in den 50er- und 60er-Jahren wieder Familien mit Kindern an. Ein großer Abenteuerspielplatz und ein Kindermuseum wurden für die kleinsten Gäste gebaut. Die größeren erfreuen sich an Blumen und großen Grünflächen. Sehenswert sind auch die Flamingos, die in aller Seelenruhe an einem Teich im Park stehen. Ein schönen Überblick über Stadt und Park haben Besucher, wenn sie auf den Fernsehturm fahren. Der Parkeintritt kostet 3 Euro für Erwachsenen, 1,50 Euro für Kinder.

Hauptbühne beim Juicy-Beats-Festival

Hauptbühne beim Juicy-Beats-Festival

Die Park-Gastronomie spricht seit einiger Zeit zunehmend jüngeres Publikum an. Mit dem Daddy Blatzheim befindet sich einer der angesagtesten Clubs der Stadt im Park, das angrenzenden Schürmanns im Park hat auch junge Gäste im Visier. Neu ist das Open Air Kino, das seit 2013 Filmfans an die Seebühne zieht.

Colorfulcities-Video: Juicy Beats im Westfalenpark

Neben dem normalen Park-Programm lockt der Westfalenpark auch mit speziellen Veranstaltungen wie dem Lichterfest (bis zu 60.000 Besucher pro Jahr) im August, bei dem der ganze Park dank Lichtern, Lampions, Fackeln und einem Feuerwerk leuchtet, dem Musikfestival Juicy Beats (27.000 Besucher 2013) oder dem Color Run, bei dem sich Menschen in weißen T-Shirts mit Farbbeuteln bewerfen und dabei 5 Kilometer durch den Park laufen.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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