Wiedervereinigungspalast Saigon

Wiedervereinigungspalast

Wiedervereinigungspalast

Ein historischer Ort und ein wichtiges Denkmal für alle Vietnamesen ist der Wiedervereinigungspalast, hier endete der Vietnamkrieg. Schon die französische Kolonialregierung hatte hier ihren Sitz.

Der 30. April 1975 ist ein bedeutsames Datum für die Vietnamesen. An diesem Tag durchbrach ein nordvietnamesischer Panzer die Sperrzäune rund um den Palast. Dieses Ereignis gilt als symbolisches Ende des Vietnamkriegs.

Das Gelände hatte damals schon eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts stand hier der Norodom-Palast, benannt nach dem von den Franzosen eingesetzten Königs im benachbarten und damals zum französischen Reich gehörenden Kambodscha. Fortan nutzte die französische Kolonialregierung den Palast. Abgesehen von einem kleinen Intermezzo im Zweiten Weltkrieg als die Japaner hier ihr Hauptquartier aufschlugen bis 1955.

Danach zog der südvietnamesische Präsident in das Gebäude ein und benannte es in Unabhängigkeitspalast um. Bis zum Februar 1962. Damals flogen zwei Piloten, die eigentlich der südvietnamesischen Armee angehörten, aber mit den kommunistischen Rebellen sympathisierten, einen Luftangriff auf das Gebäude. Es wurde so stark beschädigt, dass es nicht wieder restauriert werden konnte.

Stattdessen baute der südvietnamesische Präsident an derselben Stelle den neuen Unabhängigkeitspalast, von dem aus er den Süden des im Bürgerkrieg befindlichen Landes regierte. Bis zu jenem 30. April 1975. Die kommunistischen Nordvietnamesen übernahmen nach Ende des Krieges das Land und auch den Palast, den sie in „Wiedervereinigungspalast“ umbenannten, schließlich hatte sich durch ihre Machtübernahme die Trennung zwischen Süd- und Nordvietnam erledigt. Es gab nur noch einen vietnamesischen Palast.

Besucher von Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt können den Palast besichtigen. Neben allerlei Propaganda sind auch die ehemaligen Regierungszimmer des südvietnamesischen Präsidenten und seiner damaligen Regierung zu sehen.

Text/Foto (c) Michael Westerhoff

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