„Ballfahrtsort“ – das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund

Das Sommermärchen 2006 im Fußballmuseum

Das Sommermärchen 2006 im Fußballmuseum

Von „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“ bis „Ich habe fertig“ – im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund können Fans Fußball-Geschichte hautnah miterleben. Mit Filmen, Reportagen und Reliquien wie dem WM-Ball von 1954.

Video – Rundgang durchs Museum

Bei der Fahrt mit der Rolltreppe nach oben in die Ausstellungsräume wird dem Besucher gleich klar: Dies ist kein normales Museum. Laute Sprechchöre aus Fankurven begleiten das Publikum in die Hallen. Links und rechts an die Wände gemalt: Szenen mit Fans aller wichtigen deutschen Vereine.

Landesmeister-Pokal im Deutschen Fußballmuseum

Landesmeister-Pokal im Deutschen Fußballmuseum

Hier ein Sound von Fans, da die berühmte Reportage von Herbert Zimmermann beim WM-Finale 1954 in Bern, dort ein Fernsehbild von Giovanni Trappatoni, der über Strunz und Flasche leer meckert, in einer anderen Ecke, der Schatzkammer, die glänzenden WM- und EM-Pokale, die deutsche Nationalmannschaften gewonnen haben. An jeder Ecke des Museums ist etwas zu sehen, zu hören oder anzufassen.

WM-Ecke 1974

WM-Ecke 1974

„Wir wollen Fußball sehr erlebnisorientiert präsentieren, sehr emotional, wir wollen nicht nur die Objekte hinter Glas stellen, also sozusagen in Isolationshaft nehmen“, erklärt Museumsdirektor Manuel Neukrichner das etwas andere Konzept des Museums: „Es ist ein Museum 2.0, wir sprechen gern vom ‚Ballfahrtsort‘ für Deutschland.“

imageDas Museum ist wie ein Fußballspiel in eine erste und eine zweite Halbzeit aufgeteilt. In der ersten Halbzeit, im oberen Stock, können Fans eine Reise durch die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft unternehmen. Mit dem WM-Ball 1954, den die Erben von Sepp Herberger dem Museum zur Verfügung gestellt haben oder den Schuhen, mit denen Mario Götze die Nationalelf zum Titel 2014 geschossen hat. Dazwischen Bilder, Filme und Töne vom Sommermärchen 2006 oder vom WM-Finale 1990 in Italien.

Das WM-Stadion von 1990 in Rom

Das WM-Stadion von 1990 in Rom

Ein Stock darunter: Die Schatzkammer mit den Pokalen und die zweite Halbzeit, in der es sich um den Vereinsfußball dreht. Also um Bundesliga oder Championsleague. Aus den Lautsprechern dröhnen Bundesligakonferenzen aus den frühen 70er-Jahren, durch kleine Sehschlitze können die Fans auf Kultorte der Bundesliga – wie beispielsweise den Signal-Iduna-Park in Dortmund, blicken. Und immer wieder Filme. In einem 360-Grad-Kino (siehe Bild unten) drehen sich die Stühle in der Mitte, an den Wänden wichtige Szenen aus dem Vereinsfußball, in einer Kammer TV-Bilder wie eben von der berühmten Trappatoni-Pressekonferenz.

 

Das 360-Grad-Kino

Das 360-Grad-Kino

Insgesamt haben die Macher 1.600 Objekte auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche untergebracht. Im Eingangsbereich befindet sich eine riesige Multifunktionsarena, in denen wechselnde Sonderausstellungen aufgestellt werden können, Veranstaltungen wie die Eröffnungsfeier mit Beckenbauer, Netzer und Co über die Bühne gehen oder an ganz normalen Tagen ein Dribbel-Parcour fürs Fußballspielen steht.

Fassade des Fußballmuseums

Fassade des Fußballmuseums

Nicht zu Unrecht schwärmt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über das Museum: „Das ist ein Jahrhundertprojekt, das es in dieser Form bei keinem anderen Verband der Welt gibt“. Ziel des Museums sei es  „große Momente des Fußballs in Erinnerung zu rufen und wieder lebendig zu machen.“, so Niersbach.

Deutsches Fußballmuseum

Deutsches Fußballmuseum

Für den Besuch müssen Fans allerdings tief in die Tasche greifen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene bis zu 17 Euro, wer übers Netz Karten vorbestellt, kann Geld sparen. Für Gruppen und Vereine gibt es Ermäßigung.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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