4. April 2025

Cartagena – Piraten und Schlachten der Karibik

Alte Kanonen auf der Stadtmauer

In Cartagena könnt ihr euch auf den Spuren von Piraten bewegen. Sir Francis Drake war der berühmteste Pirat, der die Stadt angriff und eroberte. Aber nicht der einzige.

Die dicken Mauern rund um die Altstadt von Cartagena sind ein klares Zeichen: Hier gab es etwas zu schützen. Elf Kilometer ziehen sich die Befestigungsanlagen um die Stadt, die seit den 1980er-Jahren auch auf der UNESCO-Welterbe-Liste stehen. Wenn ihr wollt, könnt ihr auf der mauer rund um die Stadt gehen.

Die Stadtmauer von oben

Warum Cartagena so geschützt wäre, hat maßgeblich etwas mit den ständigen Piratenangriffen zu tun. Der war der erste und lange Zeit der bedeutendste auf dem südamerikanischen Kontinent. Er war der Hauptumschlagplatz der Spanier für Silber. Von Cartagena verschifften sie die Beute in die Heimat. Gleichzeitig kamen hier Schiffe aus Afrika an, die Sklaven brachten, die in Cartagena verkauft wurden. Die Stadt hatte den ersten spanischen Hafen des südamerikanischen Kontinents, der ab der Gründung der Stadt 1533 stark wuchs.

Von Piraten geplündert

Die Stadt wurde mehrfach von Piraten angegriffen und geplündert, unter anderem von Sir Francis Drake und von französischen Piraten. Drake erbeutete 1572 zwei Schiffe im Hafen von Cartagena, im selben Jahr blockierte er den Hafen und wollte Gold- und Silberschiffe der Spanier erobern, scheiterte aber an den Spaniern. 1585 eroberte er die Stadt und ließ 100 türkische Sklaven frei. Er konnte die Stadt aber nicht halten.


Cartagena und Kolumbien im Video

Um 1615 waren die Spanier die permanenten Angriffe leid. Sie gaben den Bau der Befestigungsanlagen in Auftrag. Es sind die umfangreichsten, die in Lateinamerika besichtigt werden können. 1697 gelang es französischen Piraten trotzdem die Stadt zu erobern. Sie plünderten Cartagena drei Tage lang, zerstörten Gebäude und Teile der Befestigungsanlage. Zahlreiche Einwohner starben bei dem Überfall.

Angriff der Briten

Erfolgreicher war die Verteidigung der Stadt 1740 bis 1741. Die Briten mit über 200.000 Mann im Einsatz, scheiterten an der Einnahme der Stadt. Ein Grund waren die dicken Schutzmauern. Die Briten hatten die Stadt 1741 sogar zwei Monate belagert, eine Eroberung gelang aber nicht. Die Briten hatten im Kampf gegen die Spanier über 200 Schiffe im Einsatz, 5.000 Soldaten starben, allerdings hauptsächlich an Krankheiten.

Schiff im Museo Naval del Caribe

Wer das spannend findet, dem empfehle ich einen Besuch im Museo Naval de Caribe im historischen Kern von Cartagena. Dort könnt ihr mehr über Piraten, die Schlacht und die kolumbianische Marine erfahren. Allerdings sind nur wenige Tafeln auf englisch. Wer kein spanisch kann, muss leider umständlich mit der Übersetzung-App rumhantieren. Im Museum gibt es u.a. einen Nachbau eines alten Schiffs, aber auch moderne Marine-U-Boote und Hubschrauber zu sehen.

Liebe in Zeiten der Cholera: Der Roman „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez spielt in Cartagena. Auch der Film ist dort gedreht. Marquez ist selbst im karibischen teil Kolumbiens aufgewachsen. Er studierte in Cartagena und hat dort auch für ein Zeitung gearbeitet.

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