Direkt am Checkpoint Charlie könnt Ihr die Mauer mit all ihrem Schrecken hautnah erleben. Im 60 Meter langen und 15 Meter hohen „Asisi Panorama Berlin“ lebt die Geschichte der Mauer wieder auf.
Es ist wie in den 1980ern: Ihr steht auf einer Aussichtsplattform und blickt über die Mauer in die DDR. Dieses Kunstwerk katapultiert die älteren Besucher zurück in eine längst vergangenen Zeit, jüngeren zeigt sie wie schrecklich und gleichzeitig auch normal die Teilung Berlins damals war.

Aber von vorn. Mein eigentliches Ziel war der Checkpoint Charlie. Klassisches Touri-Programm. Einmal zum Checkpoint Charlie. Dem Ort, an dem viele Berlin-Besucher in den 70er- oder 80er-Jahren die Mauer live erlebt haben. Schräg gegenüber fällt mir eine Reklame auf. Die Mauer“ und „Panorama“ steht dort. Und dass schon 1,5 Millionen Besucher die Ausstellung gesehen haben. Ganz so falsch kann sie also nicht sein.
15 Meter hohes Mauer-Panorama
Kernstück der Ausstellung ist das 15 hohe halbrunde Mauer-Panorma, das Künstler Yagedir Asisi geschaffen hat. Der iranisch-stämmige Künstler ist in Wien geboren, in Sachsen aufgewachsen und später nach West-Berlin ausgewandert. Weil sich seine Eltern, die vor dem Schah von Persien geflohen waren, freiwillig in der DDR aufhielten, durfte er später im Gegensatz zu DDR-Bürgern ausreisen.
In Berlin-Kreuzberg erlebte er die Teilung der Stadt seit 1979 hautnah. In einer Wohnung, aus der er über die Mauer DDR-Bürgern in ihr Schlafzimmer schauen konnte. Was die nicht vom Sex abhielt, so erzählt es Asisi in einem Film, der in der Ausstellung gezeigt wird.

Das wäre auch schon mein erster Tipp für einen Besuch: schaut euch zuerst den Film an. Asisi erzählt dort vom Alltag an der Mauer und wie der Schrecken durch den Dauerzustand der Teilung verloren ging. Asisi zeigt Orte, die direkt an der Grenze lagen, und Kunstwerke, die er selbst auf die mauer gemalt hat.
Neben dem Film gibt es im Vorraum auch noch eine kleine Ausstellung zur Mauer. Hier sind berühmte Tondokumente wie „Ich bin ein Berliner“ von John F. Kennedy oder das berühmte „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“ von Walter Ulbricht zu hören. Zudem gibt es einige Fotografien von der Berliner Mauer, die insbesondere jüngeren Besuchern, die das nicht live miterlebt haben, einen Eindruck vom Gefühl in der Stadt geben.
Panorma zeigt Leben im Westen und Osten Berlins
In einem separaten Raum befindet sich das sehr eindrückliche 60 Meter lange und 15 Meter hohe Mauer-Panorma. Asisi hat ihre eine Szene an einem Herbsttag in den 1980ern gemalt. Mit Häusern im Osten, in denen Fenster zugemauert sind, mit einem Wohnblock, der direkt an der Mauer steht. Mit Punks, einem türkischen Gemüseladen und einer Tankstelle im Westen. So wie der Alltag damals in Kreuzberg war.
Dazwischen die Mauer. Wachtürme mit Soldaten der Volksarmee der DDR. und mit den Aussichtstürmen im Westen, auf die Touristen damals gingen, um einen Blick auf die DDR und den Todesstreifen, der Berlin teilte, zu bekommen. Von einem vier Meter hohen Podest habt ihr einen sehr beeindruckenden Blick. Ein Besuch dieses gigantischen Panoramas ist unbedingt zu empfehlen.,