Wie die Frauen die Cable Cars retteten

Wendestelle für Cable Cars

Wendestelle für Cable Cars

Dass die Cable Cars noch immer in San Francisco fahren, ist den Frauen der Stadt zu verdanken. 27 Frauenorganisationen verhinderten 1947 die Stilllegung. An ihrer Spitze stand die deutschstämmige Friedel Klussmann.

Die Arztgattin Friedel Klussmann gehörte zur besseren Gesellschaft San Franciscos. Revolte gegen das bestehende System war ihr nicht in die Wiege gelegt worden. Schon gar nicht im Alter von 51 Jahren. Als der Bürgermeister von San Francisco 1947 auf den bestehenden Cable-Car-Linie Busse testete, rief sie die Bevölkerung zu Protesten auf. Sie gründete die „Citizens‘ Committee to Save the Cable Cars“. 27 Frauen-Organisationen schlossen sich ihr an.

Trotz des Protestes hielt der Bürgermeister vorerst an der Stilllegung der wirtschaftlich unrentablen Cable-Car-Linien fest. Doch Klussmann wusste es, die Bevölkerung für ihre Ziele zu mobilisieren. Sogar von Präsidentenwitwe Eleanor Roosevelt kam Unterstützung. Klussmann initiierte ein Referendum, das sie mit überwältigender Mehrheit gewann. 166.000 Bürger von San Francisco stimmten für den Erhalt der Bahn. Nur 51.000 votierten für die Stilllegung.

Cable Cars in den Straßen von San Francisco

Cable Cars in den Straßen von San Francisco

Doch Klussmanns Kampf war damit nicht beendet. Noch mehrfach gab es Initiativen zur Schließung der Bahn. Jedes Mal konnte Klussmann Widerstand dagegen mobilisieren. Als die hoch betagte Dame 1986 im Alter von 90 Jahren in einem Seniorenstift in San Francisco verstarb, trugen die Cable Cars Trauerflor. Zu ihrem 100. Geburtstag 1997 wurde die Wendestelle am Fisherman’s Wharf in „Friedel Klussmann Memorial Turnaround“ umbenannt.

San Francisco

Text/Foto/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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