4. März 2024

Wasserschloss Strünkede in Herne

Ein Wasserschloss im Ruhrgebiet? Das erwartet man nicht. Es gibt aber mehrere Zeugen der Vor-Kohle-Zeit. Zum Beispiel das Wasserschloss Strünkede in Herne.

Bereits vor 800 Jahren hat in Baukau eine Burg gestanden, die vom Rittergeschlecht von Strünkede bewohnt wurde. Die Burg überstand im Mittelalter mehrere Belagerungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Burgen und Schlössern handelt es sich in Strünkede nicht um einen Bau, der erst sehr spät entstand. Teile der alten Schlossanlage sind heute in den Bau integriert.

Schloss Strünkede ein Herne

So stammen Teile der Dachkonstruktion beispielsweise von 1663 und sind bis heute erhalten. Das Fundament und einige Mauern sind noch wesentlich älter. Sie sollen um 1500 gebaut worden sein. Das Schloss – so wie es heute zu sehen ist – entstand im 16. und 17. Jahrhundert. Bis 1900 war das Wasserschloss in Familienbesitz, danach kaufte es eine Bergbaugesellschaft. Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett, später als Haus der Hitlerjugend, dann kurzzeitig als Museum, nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinderheim. 1946 kaufte es die Stadt Herne an und baute dort das Emschertal-Museum auf.

Museum, Café und Ort für Hochzeiten

Im Schloss Strünkede ist heute das Emschertal-Museum, das historische Museum der Stadt, untergebracht. Hier sind von der alten Kirchenglocke über ein historisches Bügeleisen bis zu einem alten Spritzenwagen der Feuerwehr zahlreiche Gegenstände aus Hernes Vergangenheit zu sehen. Im Sommer finden im Schlosshof Events wie ein Open Air-Kino oder ein mittelalterliches Ritterturnier statt.  Das Wasserschloss ist auch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Im Kaminzimmer des Schlosses betreibt das Standesamt eine Außenstelle, in der direkt gegenüber liegenden Schlosskapelle werden kirchliche Trauungen durchgeführt.

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