Provincetown – vom Hippie-Town zum Schwulenmekka

Strand in Provincetown

Strand in Provincetown

Im liberalen Massachusetts ist vieles denkbar, das in den USA sonst undenkbar ist. Provincetown auf der Halbinsel Cape Cod ist ein Symbol dafür: In den 60ern trafen sich hier Hippies. Bereits seit den 70ern ist der Ort das Schwulen-Urlaubsziel der Ostküste.

In den 60er-Jahr hing in Provincetown meistens ein Cannabis-Duft in der Luft. Hippies hatten sich den Ort ausgesucht, um hier Partys zu feiern und Gras zu rauchen. Viele eröffnete Headshops, also Läden, die Wasserpfeifen und anderes Cannabis-Zubehör verkauften.

Provincetown - Pilgrim-Monument

Provincetown – Pilgrim-Monument

Als die Hippie-Welle abebbte, lösten sie Schwule ab. Schon 1978 gründeten sie einen Wirtschaftsverband, der den Tourismus für homosexuelle Urlauber fördern sollte. Schnell hatte der Verein 200 Unternehmer, die Mitglied wurden. Die haben den Ort zu dem Mekka für homosexuelle Urlauber entwickelt.

Provincetown

Provincetown

Über der kleinen Hauptstraße von Provincetown wehen die Regenbogenflaggen, an fast jeder Pension hängt auch eine. Im Stadtrat sitzen mehrheitlich homosexuelle Politiker. Im Sommer gibt es an fast jedem Wochenende Gay-Partys. Allerdings ist Provincetown eher beschaulich, häufig werden nachts um 1 die Bürgersteige hochgeklappt. Wie fast überall in den USA.

P-Town – wie die Einheimischen sagen – ist ein verträumter Fischerort mit 5.000 Einwohnern und wundervollen langen Sandstränden. Einzige wirkliche Sehenswürdigkeit ist das Pilgrim-Monument (siehe Foto oben), das von 1910 stammt und an die Landung der Pilgrimväter 1620 erinnern soll. Touristischer Höhepunkt des Jahres ist der P-Town Carnival im August mit vielen Partys und einer Parade.

 

In Provincetown haben unter anderem der Filmemacher John Waters („Haarspray“) und Schriftsteller Tennessee Williams („Endstation Sehnsucht“) gelebt. Hippie-Singer-Songwriter Arlo Guthries hat sein Album „Alice Restaurant“ einer Bewohnerin von P-Town gewidmet.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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