24. September 2021

Skywalk Dortmund – Ausflug in luftiger Höhe

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Dortmund ist der Skywalk. Ein Weg hoch über und durch das stillgelegte Stahlwerk Phoenix-West, der einen wunderbaren Blick über die Stadt bietet.

Astrid Dax keucht und pustet auf ihrem Weg auf den Skywalk. „Es sind ein bisschen mehr als 100 Stufen“, hat die Stadtführerin mitgezählt: „Der Blick entschädigt aber für alles“. Eine Aussicht auf das Stahlwerk selbst, aufs Stadion, den Westfalenpark, die Stadt und natürlich ins Stahlwerk. Ein wunderbarer Ausflug in luftiger Höhe. Die schönsten Bilder seht ihr unten in der Bildergalerie.

Es ist auch ein Ausflug in Dortmunds Stahl-Vergangenheit. 160 Jahre wurde im Stadtteil Hörde Stahl produziert. Ein paar hundert Meter vom Skywalk entfernt auf der Hermannshütte. Einem Stahlwerk, auf dessen ehemaligen Gelände jetzt der Phoenixsee ist. Das ist Stück für Stück nach China transportiert und dort wieder aufgebaut worden. Und eben hier, wo ich mich mit der Stadtführerin befinde. Auf Phoenix-West. Dem alten verrosteten Stahlwerk, das nicht abgerissen wurde, sondern als Symbol der Dortmunder Stahl-Geschichte stehen blieb. Der Hochofen, der vor uns liegt, wurde 1998 stillgelegt. Vor einige Jahren entstand der Skywalk, inzwischen ein sehr beliebteste Ausflugsziel.

Blick vom Skywalk auf Dortmund (links: Signal Iduna Park, rechts: Florian im Westfalenpark)
Blick vom Skywalk auf Dortmund (links: Signal Iduna Park, rechts: Florian im Westfalenpark)

„Wenn man hier oben ist, muss man nicht aufs Handy schauen wie es beim BVB steht“, erzählt Astrid Dax, die mit ihrer Firma auch BVB-Touren durch die Stadt organisiert: „Du kannst das Westfalenstadion nicht nur sehen auch hören“. Wenn ein Tor fällt, dringt ein lauter Jubel bis nach hier oben. Von hier kannst du das Stadion sehen, aber auch den Fernsehturm Florian und die Hochhäuser der Innenstadt. „Wir gehen noch ein Stück höher, da ist der Blick noch toller“, fordert Dax mich auf. Es geht vorbei am alten Hochofen und durch die Anlagen, an denen Arbeiter früher Stahl gegossen haben bis wir oben sind. Aus 26 Metern Höhe ist der Blick wirklich fantastisch.

Auf dem riesigen ehemaligen Gelände des Stahlproduzenten Hoesch gaben sich inzwischen viele neue Unternehmen angesiedelt. Hier steht ein Technologiezentrum, aber auch die Bergmann Brauerei oder die Warsteiner Music Hall. Eine Veranstaltungshalle für mehrere tausend Menschen. Ein altes Backsteingebäude, das früher ebenfalls zu Hoesch gehörte. In der Woche wird hier gearbeitet, am Wochenende kommen viele Dortmunder, um im Bergmann-Biergarten vor historischer Kulisse gemütlich ein Bier zu trinken. Die Gebäude sind ganz wunderbar von hier oben vom Skywalk zu sehen.

Der Skywalk in Bildern

„Von hier sieht man, dass Dortmund die grünste Großstadt Deutschlands ist“, beschreibt Dax den Ausblick: „Viele denken ja immer noch, dass die Kohlen bei uns durch die Luft fliegen“, lächelt sie. Von hier fällt der Blick auch auf den Phoenixsee, heute eine der begehrtesten Wohnlagen in Dortmund. „Das Werk bestand damals aus zwei Teilen“, erzählt Dax weiter: „Phoenix-Ost und Phoenix-West“. Auf Phoenix-Ost wurde der Stahl, der im westlichen Teil des Areals gegossen wurde, verarbeitet. Genau dort, wo heute der künstliche Phoenix-See mit Hafen steht.

Die Reste des Hochofens
Die Reste des Hochofens

Ursprünglich sollten auch die Hochöfen auf Phoenix-West abgebaut werden, doch einer wurde letztendlich doch erhalten. Je höher wir gehen desto wackliger wird es. Es geht durch Räumen, in denen es auch Jahre nach der Stilllegung noch nach Altöl stinkt. Viele kennen den Hochofen auch aus dem Dortmund-Tatort. In einer Folge stürzte sich hier ein Basejumper in die Tiefe und starb. Bei einer Führung könnt ihr mitten durch die Anlage marschieren.

Wer den Hochofen und den Skywalk besichtigen will, muss eine Tour buchen. Allein ohne Führer wäre es zu gefährlich. Es gibt regelmäßige Führungen, die zwei Stunden dauern. Besonders empfehlenswert: Nacht-Führungen, wenn die Anlage bunt angeleuchtet ist oder Führungen in der Dämmerung.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

Kommentar verfassen

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung