13. Juni 2024

La Paz – mit der Seilbahn zur Arbeit

La Paz hat das größte innerstädtische Seilbahn-Netz der Welt. Durch die Stadt schweben elf Linien mit insgesamt mehr als 30 Kilometer Länge.

Die bolivianische Hauptstadt La Paz auf 3.800 Meter Höhe liegt in einem Talkessel. Die Vorstadt El Alto dagegen auf dem Berg, auf 4.100 Metern Höhe. Wer von El Alto in die Hauptstadt zum Arbeiten wollte, der musste früher über 30 Minuten Fahrtzeit mit dem Mini-Bus oder Auto in Kauf nehmen. Mindestens. Denn die Straßen waren notorisch verstopft und zugestaut.

Die Seilbahn schwebt über La Paz
Die Seilbahn schwebt über La Paz

Seit 2014 geht das wesentlich schneller. Mit der roten Seilbahn-LInie in nur elf Minuten. Die rote Linie ist die erste von inzwischen elf Seilbahn-Linien durch La Paz. Über 30 Kilometer sind die Strecken insgesamt lang. Die Stadt hat damit das größten innerstädtischen Seilbahn-Netzes der Welt. 300.000 Menschen nutzen es täglich. Die Fahrt ist mit circa 40 Cent zwar etwas teurer als die mit dem Bus. Die 10-Personen-Gondeln sind trotzdem von morgens bis in den Abend gut gefüllt.

Seilbahn made in Austria

Gebaut wurde die Bahn vom österreichischen Unternehmen Doppelmayr, das auch einen Großteil der Bergbahnen in den Skigebieten in den Alpen errichtet hat. Von der Firma aus dem Bundesland Vorarlberg stammen aber auch innerstädtische Seilbahnen wie die in Von den oder die Gondelbahn auf dem Expo-Gelände in Lissabon.

Rund eine Milliarde US-Dollar hat sich die sozialistische Regierung das Vorzeigeprojekt kosten lassen. Seilbahnen liegen in Städten mit Höhenunterschieden mittlerweile im Trend: Auch in anderen Großstädten schweben sie als öffentlicher Personennahverkehr. Zum Beispiel in Portland in Oregon. Aber nirgendwo sind die Linien so lang wie in La Paz.

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