La Paz – mit der Seilbahn zur Arbeit

Die Seilbahn schwebt über La Paz
Die Seilbahn schwebt über La Paz

Seit 2014 verbinden das auf dem Berg gelegenen El Alto drei Seilbahn-Strecken mit La Paz im Talkessel. Die Fahrtzeit reduziert sich dadurch von 30 auf gerade mal 11 Minuten. Eine rote, eine gelbe und eine grüne Linie schaukeln über La Paz.

Gebaut vom österreichischen Unternehmen Doppelmayer, das auch einen Großteil der Bergbahnen in den Skigebieten in den Alpen errichtet hat. 3.000 Personen pro Stunde transportieren die Bahnen. Die Fahrt ist mit circa 40 Cent zwar etwas teurer als die mit dem Bus. Die 10-Personen-Gondeln sind trotzdem von morgens bis in den Abend gut gefüllt.

Die Bahn verbindet damit zwei der größten Städte Boliviens: Den Regierungssitz La Paz (800.000 Einwohner) und die Vorstadt El Alto (1,2 Mio. Einwohner). Viele Menschen aus dem auf 4.100 Meter Höhe gelegenen El Alto arbeiten in La Paz (3.800 Meter hoch) und nutzen als Pendler die Bahn. Oder wenn sie zum Einkaufen in die Stadt wollen.

La Paz von oben
La Paz von oben

Das Seilbahn-System ist schon jetzt das größte in einer Stadt, soll in Zukunft sogar noch ausgebaut werden. Die Seilbahnen fahren auf einer Länge von 10 Kilometern. Es sollen weitere Linien dazu kommen, sodass die Streckenlänge dann 30 Kilometer beträgt.

Blick von der "Bergstation" der neuen Seilbahn auf La Paz
Blick von der „Bergstation“ der neuen Seilbahn auf La Paz

Über 200 Millionen US-Dollar hat sich die sozialistische Regierung das Vorzeigeprojekt kosten lassen. Seilbahnen liegen in Städten mit Höhenunterschieden mittlerweile im Trend: Auch in anderen Großstädten schweben sie als öffentlicher Personennahverkehr. Zum Beispiel in Portland in Oregon. Aber nirgendwo sind die Linien so lang wie in La Paz.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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