Die Fredrichswerdersche Kirche in Berlin gilt als eine der schönsten Schinkel-Bauten. Heute wird dort nicht gebetet, sondern Skulpturen ausgestellt.
„Eine sehr schöne hellrote Backsteinkirche“, denkt man, wenn man heute vor der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin-Mitte steht. Wenn man nicht gerade kunsthistorisch interessiert ist, fällt einem das Revolutionäre dieser Kirche gar nicht auf. Als Karl Friedrich Schinkel das Gotteshaus baute, war es völlig unüblich Backstein und Terrakotta zu verbauen.

Schinken knüpfte damit an Traditionen aus dem Mittelalter an. Der Architekt hatte die Rechnung aber ohne die Handwerker gemacht. Die konnten keine Backsteine mehr Ziegeln. Schließlich war das zur Bauzeit 1824 – 1831 nicht mehr üblich. Deshalb dauerte der bau viel länger als geplant.
Erst in den 1980ern wieder aufgebaut
Im Zweiten Weltkrieg ist die Kirche durch Bomben zerstört worden. Erst in den 1980er-Jahren hat sie die DDR-Führung wieder aufgebaut. Und später als Außenstelle der Berliner Nationalgalerie genutzt. Nach der Wiedervereinigung musste die Friedrichswerdersche erneut renoviert werden, weil es in der DDR nicht die historisch richtigen Baumaterialien gab. Von 2013 bis 2020 war sie erneut wegen Restaurationsarbeiten gesperrt.

Heute könnt ihr hier Skulpturen ansehen, die der Alten Nationalgalerie gehören. Die Kirchen ist eine Außenstelle des Museums. Stars der Sammlung sind „Kronprinzessin Luise und Prinzessin Friederike von Preußen“, eine Skulptur von Johann Gottfried Schadow von 1797.
Ihr könnt einfach in die Friedrichswerdersche Kirche reingehen. Sie liegt am Verdreschen Märkt, direkt beim Humboldtforum. Die Kirche kostet keinen Eintritt. Es lohnt sich echt. Wegen der Skulpturen, aber auch wegen des herrlichen Bauwerks.