Die prächtige Kolonialstadt Mérida ist eine der schönsten Städte Mexikos. Mit ganz vielen Kolonialgebäuden und einem Pracht-Boulevard.
Hunderte alte Kolonialhäuser reihen aneinander. Rosa, blau, gelb. Alle bunt in Pastellfarben gestrichen. Die meisten restauriert. Die historische Innenstadt ist riesig. In dieser Fülle habe ich das noch nirgendwo in Lateinamerika so viele Kolonialgebäude gesehen. Hinter Merida kann sich sogar Cartagena in Kolumbien verstecken.

Rund um die Plaza Grande (Plaza de la Indepencia) stehen zahlreiche koloniale Prachtbauten. Zum Beispiel die Kathedrale San Idolfonso, das historische Rathaus, der Regierungspalast Palacio de Gobierno und die Villa Montjo, erbaut vom Gründer der Stadt. Hier ein kleiner Überblick über diese wichtigen Gebäude der Stadt, die ihr euch ansehen solltet.
Vor dem Rathaus tanzen Menschen Salsa
Das rosafarbene Rathaus mit einem großen Glockenturm stammt von 1559. Davor finden sonntags und montags häufig Tanzveranstaltungen statt. Bei manchen tanzen Gruppen, sonntags sind es aber Einheimische, die hier Salsa tanzen. Mitmachen erwünscht.

Der Regierungssitz Palacio de Gobierno hat einen tollen Innenhof. Davor stehen Soldaten, weil es ein Regierungsgebäude ist. Ihr dürft aber reingehen. Wenn ihr nach oben in den zweiten Stock geht, findet ihr dort einen schönen Saal. Allerdings sind die großflächigen Bilder, die dort nachträglich aufgehängt wurden, ziemlich unpassend. Die modernen Werke zeigen teilweise sehr blutige Szenen aus der Zeit der Maya und der spanischen Kolonialherren. Das passt aber stilistisch überhaupt nicht zum Kolonialgebäude.
Kathedrale aus alten Tempel-Steinen
Ein weiteres herausragendes Gebäude am Platz ist die Villa Montejo, die einst dem Gründer der Stadt Francisco Montejo gehörte. Die Villa könnt ihr besichtigen. Schräg gegenüber steht die Kathedrale San Idolfonso. Die Spanier bauten die Kirche aus Steinen eines alten Maya-Tempels. Eigentlich ungewöhnlich für eine südamerikanische Kirche ist, dass sie Kathedrale innen sehr schlicht ist. Aber das erklärt sich durch die Geschichte: Die Inneneinrichtung ist schlichtweg während der mexikanischen Revolution geklaut worden.

Die meisten Häuser sind ab 1540 entstanden als die Spanier aus Richtung Campeche hier einrückten. Vorher stand an der Stelle eine alte Maya-Stadt, die die Spanier aber platt gemacht haben. Heute ist Merida die größte Stadt der Halbinsel Yucatan und Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan.
Prachtstraße nach Pariser Vorbild
Ein ganz anderes Bild zeigt die erst später entstandene Prachtstraße Paseo Montejo. Ein breiter Pracht-Boulvard mit riesigen Villen aus dem 19. Jahrhundert. Bäume säumen die nach Pariser Vorbild angelegte Straße. Es gibt zahlreiche Denkmäler. Hier und am Ende/Anfang des Boulevards bei Calle 47 findet ihr zahlreiche kleine (und gute Restaurants).

Das größte Denkmal ist das leider beschmierte Monument a la Patria (Denkmal für das Vaterland). Das Monument des Bildhauers Romulo Rozo, an dem er elf Jahre von 1945 bis 1956 gearbeitet hat, füllt fast den ganzen Kreisverkehr aus. Alle Figuren, die die mexikanische Geschichte darstellen, sind aus einem Stein gefertigt. Es zeigt 300 handgeschnitzte Figuren vom Azteken-Häuptling bis zum Revolutionär Emilio Zapata.
Genug geschwärmt. Ich komme dann mal zum kleinen Haken dieser Millionen-Stadt. Es ist irre heiß. Im Winter ist es mit um die 30 Grad Durchschnittstemperatur noch erträglich. Im Mai und Juni steigen die Temperaturen auf bis zu 37 Grad. Es ist gern aber noch heißer.
Heiße Stadt – kühler Turibus
In Merida fährt der Turi-Bus. Ein Hop-On-Bus, der sich so nennt, aber nicht wirklich einer ist. Eine Linie hält gar nicht, die andere nur ein einziges Mal in der Hotelzone. Macht nichts. Der Turibus kostet nur ein paar Pesos und führt an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Und man kann sich wunderbar vom Fahrtwind oder im unteren Bereich von der Klimaanlage kühlen lassen. Beide Linien starten an der Kathedrale, eine macht zudem bei den großen Hotels (Calle 60 / Calle 35) Halt.
Weitere Sehenswürdigkeit: Maya-Museum
Neben der Innenstadt ist in Merida auch das Maya-Museum sehr sehenswert. Das liegt leider neuen Kilometer außerhalb des Zentrums, ebenfalls wie die Innenstadt an der Calle 60. Ihr fahrt mit dem Auto 15 bis 20 Minuten, der Linienbus R70 braucht doppelt so lang.
Mérida ist ein guter Ausgangspunkt, um die etwa eine Stunde entfernte Maya-Stätte Uxmal zu besichtigen. Sisal und Celestún sind knapp anderthalb Stunden entfernt. Hier könnt ihr zwischen November und März Flamingos beobachten, die später nach Kuba weiter fliegen.