Die Lüftlmalerei ist etwas ganz Besonderes in Bayern und Tirol. Sie soll aus Oberammergau stammen. Aber warum heißt sie so?
Ein bayerischer Soldat, ein Bauer mit Sense, ein Heiliger, eine Szene, die darauf hindeutet, wer hier früher zuhause war. Das Haus der „Ammergauer Krippenstube“ in der Dorfstraße 11 in Oberammergau ist ein ganz typisches Haus für Lüftlmalerei. So viele Exemplare wie in der für die Passionsspiele bekannten Gemeinde gibt es sonst wohl in kaum einer Ortschaft.

Diese Art der Fassadenmalerei gibt es in Süddeutschland und Österreich. Insbesondere in Oberbayern und Tirol. Neben Oberammergau ist Mittenwald ein Ort, in dem es viele solche Fassaden gibt. Motive sind Heilige, Jagdszenen, ländliche Szenen und die Geschichte des Hauses oder deren Bewohner.
Auch die barocken Ornamente und Rahmen rund um die Fenster sind ganz typische für die Fassadenmalerei. Vieles wirkt dadurch plastisch einfach Farbe glänzt manchmal wie Gold. Das nennt sich Scheinmalerei, weil es wie dreidimensional wirkt, es sich aber einfach nur um aufgetragene Farbe handelt.

Die Lüftlmalerei ist um 1750 entstanden und hat sich dann im süddeutschen Raum und Tirol verbreitet. Der Begriff geht auf einen Oberammergauer zurück. Der Lüftlmaler Franz Seraph Zwinck (1748 – 1792), der zahlreiche Fassaden in Oberammergau und Mittenwald verziert hat, wohnte im Haus „Zum Lüftl“.
Unklar ist aber, ob das Haus schon immer „Zum Lüfte“ hieß, dann würde der Begriff daher stammen. Eine zweite Erklärung lautet:. Während die Künstler draußen die Fassade gestalteten, wehte ihnen ein „Lüftl“ um die Nase. Auch das könnte eine Erklärung für den Begriff sein. Möglicherweise wurde das Haus von Zwinck nachträglich nach der Kunst, die ihn berühmt gemacht hat, benannt. Dann wäre es wohl eher die zweite Erklärung.
Die Lüftl-Häuser sind neben dem Festspielhaus die zweite Attraktion in Oberammergau. Ihr findet im ganzen Ort welche. Ein Rundgang durch den kleinen Ort lohnt sich. Entlang der Dorfstraße findet ihr auch viele nette Cafés und Restaurants, die auch draußen Plätze haben, um von dort die Lüftl zu bewundern.