Die Wiege des Bergbaus

Trojanisches Pferd?

Trojanisches Pferd?

Wer hat denn das trojanische Pferd mitten in die Landschaft gestellt? Das ist der erste Gedanke vieler Wanderer, die an einem seltsamen Holzaufbau vorbeikommt. Das komische Ding steht auf dem Bergbau-Rundwanderweg in Witten.

Der Legende nach warf ein Junge schwarze Steine in ein Feuer und die glühten und wärmten länger als das Holz, das die Männer aufgeschichtet hatten. So soll die Kohle an der Ruhr entdeckt worden sein. Wenn diese Szene tatsächlich stattgefunden hat, dann wohl irgendwo bei Witten an der Ruhr. Denn hier liegt die Wiege des Ruhrbergbaus. Heute können Wanderer Zeugen dieser Geschichte im Muttental besichtigen.

Wenn wir heute über Bergbau reden, dann denken wir an Zeche, in die hunderte Männer einfahren und in mehreren hundert Meter Tiefe nach dem Schwarzen Gold buddeln. Die Anfängen waren bescheidener. Im Raum Witten lag die Kohle einfach auf der Erdoberfläche oder direkt darunter und konnte in Körben eingesammelt werden. Als sämtliche Kohle verbraucht war, begannen Männer im Muttental nach Kohle zu graben. Weil sie dafür immer tiefer buddeln mussten, entstanden erste kleine Schächte. Oder besser Löcher, in die Eimer heruntergelassen wurden.

Ein Mann stieg herab, warf die Kohle in einen Korb, der dann mithilfe eines Dreibaums nach oben gezogen werden konnte (siehe Foto unten). Die älteste Form des Kohleabbaus unter Tage. Eine solche Konstruktion gehört heute zu den 30 Attraktionen entlang des historischen Bergbau-Rundgangs.

Bergbau-Rundweg in Witten

Bergbau-Rundweg in Witten

Eine andere ist das, was wie ein trojanisches Pferd aussieht (siehe Foto ganz oben). Es handelt sich hierbei um die Zeche Hermann mit dem Schacht Margarethe, der immerhin schon 60 Meter tief war. Vier Bergleute fuhren 1883 hier in die Tiefe, um in den Flözen Kohle abzubauen. Immer mehr Kohle förderten die Männer an den verschiedenen Schachtanlage zu Tage. Vor der Erfindung von Dampfschiffen wurde die Kohle auf Holzschiffe geschaufelt (siehe Foto unten).  Pferde am Ufer zogen die Boote die Ruhr herunter.

Neben viel Information bietet der Rundgang jedoch auch einen wunderbaren Blick über das Ruhrtal. Unter Wanderern gilt der neun Kilometer lange Bergbau-Wanderweg als einer der schönsten in Deutschland.

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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