Der Zuckerhut, die Seilbahn aus Köln und das Kindermädchen

Seilbahn auf den Zuckerhut

Seilbahn auf den Zuckerhut

Der Zuckerhut ist zwar nicht einmal 400 Meter hoch und trotzdem einer der berühmtesten Berge der Welt. James Bond hat hier einen Bösewicht gejagt, eine Kölner Firma die erste Seilbahn gebaut und ein Kindermädchen den Berg als Erste bestiegen.

Der Bau der Seilbahn war eine wirkliche Pionierleistung. 1908 hatte sich ein brasilianischer Ingenieur in den Kopf gesetzt, eine Bahn auf den Berg zu bauen. Nur: Die Technologie dafür gab es praktisch noch nicht.

Blick vom Corcovado auf den Zuckerhut

Blick vom Corcovado auf den Zuckerhut

Zu diesem Zeitpunkt steckte der Seilbahnbau noch in den Kinderschuhen. Zwar gab es in Bergwerken welche, aber keine, die öffentlich Personen beförderten. Die ersten wurden 1908 eingeweiht, unter anderem am Wetterhorn in der Schweiz.

Julis Pohlig betrieb erst im Siegerland, später in Köln, eine Firma, die eben jene Bahnen für die Bergbau konstruierte. Er war fasziniert von der Idee, eine Bahn auf den Zuckerhut zu bauen. 1912 wurde das Projekt in Angriff genommen. Wohlig hatte sich für eine Route über den Morro da Arca entschieden. Die erste Bahn führte zu diesem vorgelagerten Berg, eine zweite von dort auf den Zuckerhut.

Die berühmte Copacabana - im Hintergrund: Der Zuckerhut

Die berühmte Copacabana – im Hintergrund: Der Zuckerhut

1912 eröffnete die erste Bahn, ein Jahr später dann die Bahn auf den Zuckerhut. Bis in die 70er-Jahre fuhren die kleinen Kabinen, die gerade mal 22 Menschen befördern konnten. In den 70er-Jahren wurden sie durch größere italienische Gondeln ersetzt, die auf der selben Route fuhren. Heute schwebt eine Schweizer Bahn zum berühmtesten Berg Brasiliens. Pohlig wollte auch noch eine Bahn auf den Corcovado in Rio, auf dem heute die Jesus-Statue steht, errichten. Dazu kam es allerdings nicht mehr.

Blick vom Zuckerhut auf die Copacabana

Blick vom Zuckerhut auf die Copacabana

Der vergleichsweise kleine Zuckerhut, der 560 Millionen Jahre alt ist, galt wegen seiner glatten Oberfläche als unbesiegbar. Bis 1812 das britische Kindermädchen Henrietta Carstairs das Gegenteil bewies. Sie kletterte auf den Berg und befestigte oben eine britische Flagge. Der Legende nach soll ein portugiesischer Soldat am Tag danach ebenfalls den Aufstieg gewagt haben, um die britische durch eine Fahne Portugals zu ersetzen.

Affe auf dem Zuckerhut

Affe auf dem Zuckerhut

Seine Berühmtheit verdankt der Berg auch dem James-Bond-Film „Moonraker“ von 1979. Bond wird vom Bösewicht „Der Beißer“ verfolgt, steigt aus der Gondel aus, wirft eine Kette über die Seile der Bahn und rutscht daran bis zur Talstation herunter. So herkommt er mit seiner Begleitung Holly seinem Verfolger.

Blick vom Zuckerhut auf den Yachthafen von Rio

Blick vom Zuckerhut auf den Yachthafen von Rio

Wer den Zuckerhut besuchen will, sollte früh zur Talstation fahren. Um 9 Uhr morgens sind die Schlangen noch nicht lang, später kann es lange dauern bis man einen Platz in einer Gondel ergattert. Von oben (siehe) Fotos eröffnet sich eine wunderbare Aussicht auf Rio, den Inlandsflughafen, den Corcovado mit der Christus-Statue und die Copacabana. Mit ein bisschen Glück entdecken sie auf den beiden Hügeln Affen und bunte Vögel.

Brasilien im Colorfulcities-Video:

Text/Fotos/Nachbearbeitung (c) Michael Westerhoff

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