Rund um den Markusplatz in Venedig

So leer ist der Markusplatz nur in den Abendstunden

Hier schlägt das Herz Venedigs: Am Markusplatz mit Dom, Campanile und Dogenpalast direkt am Platz.

Die Band spielt alte Evergreens aus den 50ern, die Musiker stehen auf einer kleinen Bühne, alle im feinen weißen Zwirn. Auf dem Markusplatz scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Aber auch das macht seinen Charme aus. Natürlich ist es voll, aber die Menschen verlaufen sind ganz gut auf diesem 175 Meter langen Platz, der Piazza San Marco, wie er im Italienischen heißt. Dass der Platz so voll wirkt, liegt hauptsächlich an den Schlangen, die an der Basilika und am Campanile stehen.

Blick vom Campanile auf den Markusplatz

Der Platz stammt schon aus dem 9. Jahrhundert. Die Venezianer trafen sich hier zu wichtigen Versammlungen, feierten ihre Feste auf dem Platz und begingen hier auch den berühmten Karneval in Venedig. Seit jeher war es hier also zumindest zeitweise sehr voll, In früheren Jahrhunderten trennte den Platz ein Kanal, der aber zugeschüttet wurde. Seine heutige Form besteht seit dem 12. Jahrhundert.

Seit dem Jahr 800 steht hier bereits eine Kirche, die früher dem Dogen, also dem Stadtoberhaupt, der nebenan im Dogenpalast wohnte, zum Beten diente. Die heutige Basilika, der Markusdom, wurde zwischen 1200 und 1600 gebaut. Der Dom entstand in mehreren Bauphasen, mal kam eine Kuppel dazu, dann wurde die Fassade mit gotischen Elementen geschmückt. Die Kirche ist durchaus beeindruckend, wenn da nur nicht die lange Schlange am Eingang wäre. Die können Sie umgehen, indem Sie hier online Eintrittskarten reservieren. Wer vorgebracht hat, muss nicht anstehen.

Menschenmassen vor dem Markusdom

Dasselbe gilt übrigens für den Campanile. In den frühen Morgenstunden oder am Abend ist es unproblematisch, spontan hochzufahren. Das Warten hält sich in Grenzen. Tagsüber kann es vorteilhaft sein, Karten online vorzubestellen, um sich die Warterei zu ersparen. Der Campanile ist der Glockenturm der Basilika. Er stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, er diente zwischenzeitlich auch als Leuchtturm.

Der heutige Turm ist allerdings ein Nachbau, weil der alte 1902 aus einstürzte. Die Venezianer wollten einen Aufzug einbauen, entfernten dabei aber tragende Teile aus Eisen. Am Turm waren deshalb schon vor dem Einsturz Risse zu sehen. Im Juli 1902 fiel er dann mit einem lauten Knall um 9.45 Uhr morgens ein. Niemand wurde dabei verletzt.

Die Basilika von oben

In den großen Gebäuden am Platz haben die so genannten Prokuratien ihren Sitz (siehe zweites Bild auf dieser Seite). Es handelt sich dabei um die bereits seit dem Mittel.alter bestehenden venezianischen Baubehörden. Zudem finden Sie am Platz (vorn am Canal Grande) die Regionalbibliothek von Venedig.

Am Markusplatz werden verschiedene Führungen angeboten. Hier eine kleine Auswahl (bitte Link für mehr Infos anklicken):

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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