Wie am Flughafen Köln-Bonn Ambient-Musik erfunden wurde

Hier am Flughafen Köln-Bonn hat Eno die Ambient-Musik erfunden

Der Köln-Bonner Flughafen hat anderen eins voraus: Er ist weltweit der einzige, auf dem eine Musikrichtung erfunden wurde.

1977. Der britische Elektro-Musiker Brian Eno sitzt auf dem Flughafen Köln-Bonn und wartet auf seinen verspäteten Flug. Er beobachtet die Hektik um sich rum und das relativ neue Beton-Gebäude Terminal 1. Noch auf dem Flughafen schnappt er sich einen Block, um sich an die Arbeit zu machen.

Eno will etwas schaffen, das die Leute auf einem hektischen Flughafen beruhigt. Er orientiert sich dabei an Muzak, der süßlichen Beruhigungsmusik, die wir aus Kaufhäusern oder Fahrstühlen kennen. Er nennt seine Musikrichtung Ambient, auf der noch heute zahlreiche elektronische Musik-Stücke basieren. Das Album, das 1978 erscheint, heißt „Ambient 1: Music for Airports“.

Auf dem Flughafen Köln-Bonn ist Enos Musik nie eingesetzt worden. Im Gegenteil. Als ich vor einigen Jahren für den Kultursender WDR 3 einen Beitrag über Enos Musik-Erfindung machen wollte, war den Mitarbeitern gar nicht bekannt, dass Eno Ambient in Köln erfunden hat.

Eno ließ sich auch vom Gebäude inspirieren. Das ist insofern interessant, als dass das Terminal von Architekt Paul Schneider-Esleben, dem Vater Florian Schneider-Esleben, entworfen wurde. Florian gehört zu den Gründer der deutschen Elektro-Band Kraftwerk, die ebenfalls mit Ambient experimentiert hat.

Text/Foto (c) Michael Westerhoff 

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