Richard Wagner in Venedig

In diesem Haus wohnte Wagner seine fünf letzten Lebensmonate

Seine letzten Lebensmonate verbrachte Richard Wagner in Venedig. Hier komponierte er Teile seiner größten Werke.

Richard Wagner fühlte sich in Venedig offenbar pudelwohl. Mehrfach lebte er in der Stadt und komponierte auch Teile seiner größten Werke hier. Den zweiten Akt von Tristan und Isolde, den Parsifal, für die Meistersinger ließ er sich von Venedig inspirieren. 1883 starb Wagner in der Lagunenstadt.

Im Palazzo Giustiani am Canal Grande (längliches, gelbes Gebäude rechts) lebte Wagner

1858 kam Wagner zum ersten Mal in die Stadt, die damals zum Königreich Österreich gehörte. Er bezog eine Wohnung im Palazzo Giustiani (siehe Bild oben), ließ sich seinen Flügel in die Stadt schicken und komponierte den zweiten Akt von Tristan und Isolde. Die Nächte verbringt er mit Komponieren, zur Erholung fährt er mit der Gondel in den Giardini, in dem heute die Biennale stattfindet.

Wagner wird ausgewiesen

Auch wenn er zeitweise über Einsamkeit klagte, wäre er vermutlich gern länger geblieben. Er schlenderte über den Markusplatz und berichtet in Briefen, dass österreichische Militärkapellen dort Melodien aus seinem Tannhäuser spielten. Auch wenn die Österreicher seine Musik mögen, weisen sie ihn doch aus Venedig, das damals zum Österreichischen Kaiserreich gehört, wegen revolutionärer Umtriebe aus. Während seines Aufenthalts wird er regelmäßig bespitzelt.

1860 kehrt Wagner für einige Tage zurück. Der morbide Charme der Stadt inspirierte ihn zu den Meistersingern. Auch 1880 verbrachte er Zeit in der Stadt. 1882 kehrte er zum letzten Mal bereits gesundheitlich geschwächt zurück, Wagner bezieht mit seiner Frau einen Seitentrakt des Palazzo Vendramin, in dem heute das Casino der Stadt zuhause ist. Seit 1995 ist ein Teil von Wagners ein Museum, das an die Zeit des Komponisten in Venedig erinnert.

Tod in Venedig

Im Dezember 1882 tritt Wagner ein letztes Mal an das Dirigentenpult. Anlässlich des Geburtstags von Cosima führt er ihr zu Ehren ein verschollen geglaubtes Werk aus seiner Jugend mit einem Schüler-Orchester auf. Wagner feiert Anfang 1883 noch mit seinen Kindern den venezianischen Karneval. Am Morgen des 13. Februar kommt es zu einem heftigen Streit mit seiner Frau, weil Wagner die junge, attraktive Sängerin Carrie Pringle nach Venedig eingeladen hatte. Am Nachmittag erleidet er einen Herzanfall. Sein behandelnder Arzt attestiert ihm, dass der

Text/Video/Fotos (c) Michael Westerhoff

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