Das Colosseum in Essen

Das Colosseum

Nicht nur Rom hat ein Colosseum. Essen auch. Schon seit mehr als 100 Jahren steht der Name in Essen für leichte Unterhaltung.

Hier werden keine Gladiatoren den Löwen zum Fraß vorgeworfen, Wagenrennen gibt es auch eher selten. Das Backstein-Gebäude ist auch nicht rund wie das Colosseum in Rom. Aber immerhin ist es auch für Shows bekannt. Bis 2010 standen hier Musical-Stars in Buddy oder Elisabeth auf der Bühne. Heute finden wechselnde Veranstaltungen statt.

Alte Krupp – Halle – jetzt IKEA-Parkhaus

In der großen 1898 bis 1902 erbauten Halle wurden ursprünglich Teile für Lokomotiven produziert. Erst von Krupp, später übernahm AEG den Betrieb nahe der Essener Innenstadt. Dieser Backstein-Komplex und das rechts davon gelegene Gebäude, das IKEA heute als Parkhaus nutzt, sind die letzten Überbleibsel der Kruppstadt, in der einmal 12.000 Menschen arbeiteten. Bis sie im Krieg durch Fliegerbomben weitgehend zerstört wurden.

Als AEG 1988 den Betrieb aus der Essener Innenstadt zum Hafen verlegte, stand das heutige Colosseum erst einmal leer. Es wurde unter Denkmalschutz gestellt und auf Vordermann gebracht. 1996 eröffnete der Theaterbetrieb. Im großen Saal haben rund 1500 Menschen Platz, zudem gibt es noch ein großes Foyer und einen kleineren Saal. Heute wird das Colosseum neben Veranstaltungen auch für Tagungen und Kongresse genutzt.

Das Theater hat knapp 1500 Plätze

Der Name Colosseum stammt von einem Varieté-Theater gleichen Namens, das von 1899 bis in die 1920er-Jahre in Essen existierte. Hier wurde u.a. Revuen und Operetten aufgeführt. Mit der Tonfilm-Ära begann der Abstieg des Varietés, das wegen starken Besucherrückgangs 1929 nach 30 Jahren schließen musste.

Text/Fotos © Michael Westerhoff

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