Spaziergang zu den Bäumen der Zukunft

Der Amber-Baum auf dem Hauptfriedhof

Viele Friedhöfe sind wegen der Gräber interessant. Der Dortmunder wegen seiner Bäume. Ein 2,5 Kilometer langer Rundweg führt zu den Bäumen der Zukunft.

Das schon mal vorab: Der Dortmunder Hauptfriedhof ist eher ein Park als ein Friedhof. Doppelt so groß wie der Westfalenpark und damit der größte Park der Stadt. Nur auf rund einem Drittel der Fläche befinden sich Grabanlagen. Menschen aus den umliegenden Stadtteilen nutzen ihn. gern für die Sonntagsspaziergang. So grün ist der Friedhof.

Blick in die grüne Tal-Aue auf dem Friedhof

Besonders interessant ist der 2,5 Kilometer lange Rundweg entlang der Zukunftsbäume. Aktuell stehen 25 Arten dort, bald sollen es 37 sein. Gingko, Purpur Erle, Schneeball Ahorn. Die Bäume sind in allen Erdteilen zuhause, nur eben nicht in Deutschland. Das allein treibt schon viele zu ihnen. Hier gibt’s Bäume zu entdecken, für die man sonst weit nach Kanada oder Japan reisen müsste.

Doch die Bäume dienen nicht nur der Naherholung von Spaziergängern. Die Stadt Dortmund testet in einem der größten Versuche ganz Deutschlands Bäume, die auch im 21. Jahrhundert bei uns wachsen könnten. Denn die bei uns an den Straßen stehenden Bäume haben zunehmend Probleme. Viele gehen ein, weil es heißer und trockener als früher ist. Andere sind durch Streusalz, Öl oder Urin schwer geschädigt.


Die Zukunftsbäume zum Hören

Über die Zukunftsbäume habe ich mit einer Kollegin einen längeren Beitrag für WDR 5 gemacht, den ihr auf den Seiten des WDR oder unten hören könnt.

WDR5-Beitrag über die Dortmunder Zukunftsbäume

Gerhard Hettwer leitet die Langzeitstudie: „Bei Bäumen ist es wie Corona“, erklärt Hettwer: „Das Virus trifft ältere Menschen härter als jüngere.“ Weil ältere Bäume ebenfalls empfindlicher als junge sind, bedarf es eines Langzeittests: „Es kann gut sein, dass ein fremder Baum in den jungen Jahren auch bei uns gut wächst“. das muss aber nicht über die ganze Lebenszeit so sein. Deshalb kann es Jahrzehnte dauern bis feststeht, ob sich. eine Baumart auch als Baum in einem Wohngebiet oder an einerAllee eignet.

Vor allen Bäumen stehen Infotafeln

Drei Arten hat Hettwer schon gefunden. Zerr-Eichen aus Südosteuropa, Gingko-Bäume aus China und Amber-Baum wurden zuerst auf dem Hauptfriedhof getestet. heute stehen sie an Dortmunder Straßen. Der Amber-Baum stammt beispielsweise aus Nordamerika, wird dort bis zu 45 Meter hoch. Unter unseren klimatischen Bedingungen schafft er maximal 30 Meter. Trotzdem hat er sich als neuer Straßen-Baum bewährt. Auch Gingkos wachsen längst in vielen Straßen in Deutschland.

Eine Übersicht über alle neu gepflanzten Bäume findet ihr hier. Oder ebnen bei einem Spaziergang über den Dortmunder Hauptfriedhof. Details über die Bäume erfahrt ihr auch auf Schildern, die vor den Bäumen stehen. Einen Überblick über die genauen Standorte und den Rundweg findet ihr auf dieser Karte.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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