19. Juni 2021

Fachwerk und Fleischsalat: Dissen am Teutoburger Wald

Dissen ist ein schnuckliger Ort mit Fachwerkhäusern, einem herrlichen alten Bahnhof und einer Fleischsalat-Fabrik. Im Osnabrücker Land direkt am Teutoburger Wald.

„Dissen“ lesen die meisten vermutlich nur, wenn sie im nebenan gelegenen Kurort Bad Rothenfelde zu Gast sind. Selbst Bewohner von Bad Rothenfelde waren noch nie in der Nachbargemeinde, haben sie mir erzählt. Eigentlich schade. das kleine Örtchen ist ganz hübsch. Insbesondere die lange Reihe von Fachwerkhäusern Stadtkern.

OK, ich gebe zu, beim Stadtrundgang hatte ich unweigerlich Grönemeyers „Bochum“ auf den Lippen. Und zwar die Zeile mit „leider total verbaut“. Das gilt leider auch für Dissen. Irgendein Stadtvater (oder eine Mutter) muss in den 1970ern im Kopf gehabt haben, dass es besonders schick ist, seltsame Metall-Pavillons zwischen historische Bauten zu stellen. In den denen wird heute Döner etc. verkauft. Aber wenn man sich diese typische Bausünde für diese Zeit wegdenkt, ist es wirklich ein tolles Örtchen.

Der Bahnhof in Dissen am Teutoburger Wald

Dissen hat sich sehr auf Fahrrad-Touristen ausgerichtet. Oder besser: Auf E-Bike-Fahrer. Im Stadtkern des knapp 10.000 Menschen zählenden Örtchens gibt’s eine E-Bike-Ladestation. Es lohnt sich auf jeden Fall bei einem Eis oder einem Getränk in Dissen Halt zu machen. Der Ort entstand bereits 882, viele alte Gebäude sind erhalten.

Der Slogan der Stadt Dissen lautet übrigens „Lebensmittelpunkt im Grünen“. Puh. Da hat aber einer siebenmal um die Ecke gedacht. Ich vermute mal, dass sich „Lebensmittelpunkt“ auf das bezieht, was Dissen prägt. Das Grüne und die Lebensmittel-Industrie. Hier ist nicht nur der Fleischsalat-Hersteller Homann zuhause, sondert noch drei weitere sehr bekannte Firmen: Der Schlachterbetrieb Westfleisch, der Gewürzhersteller Fuchs sowie die Wurstfabrik Schulte.

Die Homann-Fabrik

Besonders sehenswert ist dabei die Fabrik der Firma Homann, die einer Backsteinburg mit Türmchen ähnelt. Mittlerweile gehört Homann zu Müllermilch, deshalb gibt’s im Fabrikverkauf nicht hat nur Salate in großen Eimern, sondern auch Joghurt oder Milch von Weihenstephan.

Auf einigen Seiten im Netz findet ihr die Behauptung, dass in Dissen die Margarine erfunden wurde. Das stimmt wohl eher nicht. Die soll aus der napoleonischen Zeit aus Frankreich stammen, auch in den Niederlanden und am Niederrhein gab es wohl schon vorher Fabriken. Aber immerhin stammt eine der bekanntesten Marken aus Dissen. Homa Gold, 1882 in der Homann-Fabrik entwickelt.

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