29. Mai 2022

Der Förderturm der Zeche Königsborn III/IV in Bönen

Der Förderturm der letzte stumme Zeuge der 80jährigen Bergbaugeschichte von Bönen im Kreis Unna. Er sollte ursprünglich abgerissen werden.

Die Kohle wird in großen Mengen aus der Tiefe des Schachts Königsborn III/IV gefördert. Mit lautem Krach fällt sie aus dem Gebäude des Förderturm auf Züge, die direkt davor parken. Heute ist das unvorstellbar. Es herrscht idyllische Stille rund um den Turm. Doch vor dem Förderturm verliefen früher mehrere Gleise, drumherum standen Zechengebäude und eine Kokerei.

80 Jahre Bergbau

Fast genau 80 Jahre von 1901 bis 1980 wurde auf dem Gelände der Zeche Königsborn III/IV in Bönen Kohle gefördert. Die ersten beiden Schächte waren bereits im 19. Jahrhundert in Unna-Königborn und in Kamen-Heeren-Werve eröffnet worden. Doch einen richtigen Schub erhielt die Zeche erst, nachdem auch die Bönener Schächte in Betrieb genommen worden waren. Dasselbe gilt für die Gemeinde Bönen. Hier lebten um 1900 um die 800 Menschen. Durch den Bergbau stieg die Zahl der Einwohner innerhalb kürzester Zeit auf über 20.000.

Bürgerinitiative gegen Abriss

Der 68 Meter hohe Förderturm wurde erst 1929 errichtet. In Spitzenzeiten förderten 4.000 Bergleute hier 600 Tonnen Kohle pro Stunde. Doch Ende der 1970er-Jahre war das Kohlefeld erschöpft. Das Aus für die Zeche. Die Betreiberin, die Ruhrkohle AG, riss alle Gebäude ab. Auch der Turm sollte der Abrissbirne zum Opfer fallen. Doch dagegen wehrten sich viele Bönener, die teilweise selbst noch auf der Zeche gearbeitet hatten, sodass zumindest der Turm erhalten blieb.

Der Turm ist bis in eine Höhe von 55 Metern begehbar und mehrmals die Woche für Besucher geöffnet. meistens leider nur an wenigen Stunden, da der Förderturm von einem privaten Verein erhalten und betrieben wird. In der Halle im Erdgeschoss finden auch Kulturveranstaltungen statt, sie kann auch privat für Feierlichkeiten gemietet werden. Infos über Turmführungen beim Förderverein.

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