7. Oktober 2022

Die Felsengräber in Hegra

Hegra ist die kleine Schwester von Petra in Jordanien. Hier haben die Nabatäer ebenfalls gigantische Felsengräber gebaut. Es gibt aber einen Grund, warum Hegra nicht so bekannt ist.

Wow. Wie haben die aus dem riesigen Felsen wohl vor 2.000 Jahren ein Felsengrab gebaut? Ohne Bagger und Presslufthammer. Die Ausgrabungsstätten der antiken Stadt Hegra (in Deutschland auch unter dem arabischen Namen Mada’in Salih bekannt) sind schwer beeindruckend. Im ersten Jahrhundert vor Christi bauten die Nabatäer hier eine Siedlung und insgesamt 131 dieser Felsengräber. Petra war die Hauptstadt der Nabatäer, das etwa 500 Kilometer südlich liegende Hegra eine weitere wichtige Stadt.

Felsspalte in Hegra

Hegra liegt etwa 20 Kilometer vom heutigen Al-‚Ula entfernt. Hier im Winter Park (ein großer Kreisverkehr mit Park vor den Toren der Stadt) starten auch die Touren zur antiken Stadt. Hier steigt ihr in den Bus und lasst euch zum ersten Grab (Foto ganz oben) bringen. Dort startet dann eine Art Hop-On-Hop-Off-Tour wie man sie aus Großstädten kennt. Ihr könnt also selbst entscheiden wie lang ihr bei jedem Grab vor Ort bleibt. An jedem Felsengrab erwartet euch ein Guide, der euch Details erzählen kann (englisch und arabisch).

Hop on zu den Felsengräbern

Insgesamt gibt es fünf Stationen: 1. Das 22 Meter hohe Grab des Sohns des Kuza (Bild ganz oben), 2. Jabal Albanat, die größte Grabstätte mit 29 Gräbern. Hier könnt ihr auch in den Felsen gehen und die Gräber von innen betrachten, 3. die Felsspalte Jabal Ithlib, 4. Ein Souvenirgeschäft und den restaurierten Bahnhof der von den Osmanen gebauten Hodschas-Eisenbahn, 5. wieder eine größere Grabstätte mit 18 Gräbern: Jabal Alahmar.

Neben den wirklich beeindruckenden Felsengräbern macht die Tour auch wegen der faszinierenden Natur Spaß. Hegra liegt in der Wüste und ist von wahnsinnig schönen Felsformationen umgeben. Die Schönheit und Faszination erschließt sich am besten, indem ihr durch die Bildergalerie klickt. Bilder sagen in diesem Fall mehr als tausend Worte.

Hegra ist nach Petra die zweitgrößte Siedlung der Nabatäer. Und wurde Hauptstadt als die Römer 106 nach Christi Petra erobert hatten. Dass der Ort nicht so bekannt wie die große Schwester ist, liegt schlichtweg daran, dass sich Saudi-Arabien bis 2020 für Touristen verschlossen hat. Auch heute kommen eher wenige Besucher auf das riesige Areal, was eine entspannte Besichtigung möglich macht. Hegra/Mada’in Salih ist der erste Ort in Saudi-Arabien, der 2008 in die UNESCO-Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die UNESCO lobte damals wie gut erhalten die Stätte ist und dass sie authentisch den nabatäischen Lebensstil vermittle.

Hegra, Al-Ula und Saudi-Arabien im Video:

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